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Cajon

Die Cajon ist ein wandelbares, kostengünstiges Percussioninstrument, das musikalisch unglaublich vielseitig einsetzbar ist. Die Kistentrommel stammt ursprünglich aus Peru. Ihre Popularität über alle Musik-Genres und Altersklassen hinweg verdankt sie sicherlich auch ihrem kompakten und robusten Wesen.

Einfache Rhythmen können auf der Cajon rasch erlernt werden, aber die Holzkiste wird auch für fortgeschrittene Musiker nie langweilig. Add-ons zum Erzeugen besonderer Effekte und Sounds sorgen ebenso für Abwechslung wie innovative Weiterentwicklungen in optischer und technischer Hinsicht.

Cajons gibt es in unterschiedlichen Größen, Formen und Farben für Erwachsene und für Kinder.

1. Welche Cajon soll ich mir als Anfänger kaufen?

Cajon lernen

Möchte man lernen, Cajon zu spielen, entscheidet wahrscheinlich in der Regel erst einmal der eigene Geldbeutel darüber, welches Modell man sich aussucht und für den Beginn anschafft. Diese naheliegende Herangehensweise ist dabei tatsächlich auch völlig in Ordnung, denn so wahnsinnig viel kann man beim Kauf seiner ersten Cajon eigentlich gar nicht falsch machen.

Was kostet eine Cajon?

Wie sieht es mit den Anschaffungskosten für eine schöne Kistentrommel aus? – Naja, auf der einen Seite gibt es natürlich – wie bei jedem anderen Instrument auch – die etwas hochpreisigeren Modelle, die zum Beispiel mit besonders edlen Hölzern oder anderen exklusiven Ausstattungsmerkmalen aufwarten und sich damit direkt als ausgesuchte Liebhaberstücke qualifizieren. Auf der anderen Seite gibt es selbstverständlich auch viele bewährte Modelle, die schon sehr günstig zu haben und damit für jedermann erschwinglich sind.

Grundsätzlich gilt immer: Schlicht ist auf keinen Fall gleichbedeutend mit schlecht! Ob man sich als Anfänger erst einmal eine günstigere Cajon aussucht, um sich selbst ein wenig auszuprobieren oder gleich von Anfang auf ein Modell der gehobenen Preisklasse setzt, ist letztendlich individuelle Geschmackssache. Gute, einfache Cajons sind schon für etwa 60 Euro zu haben.

Klang

Eine Frage des Geschmacks ist angesichts der vielen unterschiedlichen Modelle, die es gibt, auf jeden Fall auch der Klang einer Cajon. Wer die Möglichkeit hat, sollte im Fachhandel einfach mal verschiedene Cajons ausprobieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was ihm klangmäßig subjektiv zusagt. Ein „richtig“ oder „falsch“ gibt es hier nicht.

Wer noch blutiger Cajon-Anfänger ist und sich mit den verschiedenen Schlagtechniken, die ja auch ganz unterschiedliche Sounds erzeugen können, noch nicht so gut auskennt, sollte sich nicht scheuen, einen Mitarbeiter im Musikgeschäft zu bitten, auf einigen der in Frage kommenden Modelle einmal etwas vorzuspielen, um ein paar Soundeindrücke der Cajons zu erhalten.

Der Klang einer Cajon wird dabei immer durch mehrere Aspekte geformt. Das Material und die Konstruktion des Instrumentes spielen hier ebenso eine Rolle wie die individuelle Technik des jeweiligen Cajonspielers.

Wie lerne ich Cajon spielen?

Um sich nach dem Cajonkauf erste Grundlagen auf seinem neuen Instrument anzueignen, sind spezielle Cajon-Schulen mit Tipps, Erklärungen und Videos gut geeignet. Sie ersetzen keinen regulären Unterricht, bieten aber einen guten Einstieg und werden von Profis verfasst, die selber auch „realen“ Unterricht anbieten. Toll für Einsteiger sind in diesem Zusammenhang Cajon-Sparsets, die neben dem Instrument gleich auch eine Cajon-Schule mit Lehrvideos enthalten.

INFO-TIPP

Michael Schwager vermittelt Einsteigern mit seiner Cajon-Schule jede Menge Wissenswertes zur richtigen Körperhaltung, zu den Grundschlägen, Takten und Notenwerten beim Cajonspiel.

Die Lehrbücher von Michael Schwager sind sehr beliebt.

2. Wie laut ist eine Cajon?

So kompakt eine Cajon auch ist – sie kann doch, auch unverstärkt, schon eine ganz ordentliche Lautstärke an den Tag legen. Die Cajon, die über ihre Schlagplatte statt wie ein Schlagzeug über Felle bespielt wird, ist zwar leiser als ein akustisches Schlagzeug, hat aber in der Regel einen wirklich durchsetzungsfähigen Bass, der, wenn man in der Wohnung spielt, sich seinen Weg in etwas hellhörigeren Umgebungen doch relativ mühelos durch Decken und Wände zu den Nachbarn bahnen kann … und natürlich ist auch die Vehemenz eines knackigen Snare-Sounds nicht zu unterschätzen. Allgemein gilt: Je voluminöser eine Cajon, desto druckvoller ihr Bass.

 

Die Lautstärke einer Cajon kann sich beim Spielen zwischen Werten von 45 dBA und 100 dBA bewegen.

Wir haben selber mal aus Interesse mit einem Schallpegelmessgerät nachgemessen: Die Lautstärke einer Cajon kann sich beim Spielen zwischen Werten von 45 dBA (leises Spiel) und 100 dBA (lautes Spiel) bewegen.

Da es sich hier um Beispiel-Werte aus einer einzelnen Praxisanwendung handelt, können diese Messwerte allerdings im unteren Bereich auch noch unterschritten bzw. im oberen Bereich noch übertroffen werden. Auf der Skala haben wir weitere Dezibelwerte anderer Geräuschquellen zum Vergleich eingetragen.

Übrigens: Erhöht sich die Lautstärke einer Geräuschquelle um 10 dB, also zum Beispiel von 10 dB auf 20 dB oder von 80 dB auf 90 dB, wird dies vom Menschen subjektiv ungefähr als Verdopplung (!) der Ausgangs-Lautstärke empfunden.

Unterschiedliche Spieltechniken

Eine Cajon klingt umso lauter, je kräftiger sie mit den Händen bespielt wird. Allerdings ist es mit ausreichend Übung andersherum ebenso möglich, die Cajon sehr leise zu spielen, wenn man weniger Druck beim Anschlagen der Holzflächen ausübt. Der gezielten Wechsel „laut –leise“ ist für ein interessantes, dynamisches Spiel sehr wichtig (üben, üben, üben!). Einen kleinen Einstieg mit grundlegenden Infos zu den Schlagtechniken Bass, Tone, Tip und Slap liefert unser Basisratgeber-Cajon.

Die Lautstärke des Snare-Sounds

Schlagplatte
Lockert man die oberen Ecken der Schlagplatte über die äußeren Schrauben ein wenig, erreicht man einen intensiveren Snare-Sound, als bei etwas fester angezogenen Schrauben (siehe Abb. rechts).

Snare-Saiten
Der Snare-Sound einer Cajon lässt sich auch variieren, indem man die Snare-Saiten bzw. den Snare-Teppich etwas abdämpft (leiser) oder frei schwingen lässt (lauter).

Lockert man die oberen Ecken der Schlagplatte über die äußeren Schrauben ein wenig, erreicht man einen intensiveren Snare-Sound.

Der Cajon-Hersteller Sela bietet spezielle Snare-Traversen an, die in den passenden Cajon-Modellen ergänzt werden können, sodass man mit zwei statt nur einer Snare-Vorrichtung spielt. Die zweite Snare-Traverse sorgt dann für einen erheblich satteren, lauteren Snare-Sound. Gleichzeitig sind die Traversen mit einem Loch versehen, durch das man ein Stück Schaumstoff hindurchschieben und so positionieren kann, dass die Saiten stärker oder weniger abgedämpft werden.

 

Mit dem kleinen Stück Schaumstoff, das in das Loch der Snare-Traverse gesteckt wird, kann der Snare-Effekt im Klang verändert werden.

Die zweite Snare-Traverse kann ganz einfach ergänzt werden.

Im Innern der Cajon.

Mit dem kleinen Stück Schaumstoff, das in das Loch der Snare-Traverse gesteckt wird, kann der Snare-Effekt im Klang verändert werden. Zieht man den Schaumstoff heraus, wird der Snare-Effekt lauter. Drückt man den Schaumstoff hinein, wird der Snare-Effekt gedämpft und leiser.

Abdämpfen der Cajon

Legt man ein Kissen oder ein Handtuch in das Innere der Cajon, dämpft dies den Gesamtsound ab. Durch die im Korpus platzierten Materialien wird der Resonanzkörper verändert (man könnte auch sagen: „gestört“) und die Schwingungen/Impulse werden nicht mehr optimal verstärkt, sodass der resultierende Klang leiser und abgedämpft erscheint.

3. Hybrid-Cajons und andere besondere Cajon-Varianten

Cajons mit Verstärker und Lautsprecher

Es gibt mittlerweile Cajons, die einerseits ganz normal akustisch bespielt, aber andererseits zusätzlich auch durch elektronische Sounds erweitert werden können. Diese sogenannten Hybrid-Cajons verfügen über einen internen Verstärker und einen Lautsprecher zur Wiedergabe elektronisch unterstützter Percussion-Sounds und Samples.

 

Andere besondere Cajons

Neben der afro-peruanischen Cajon (das ist die Cajon, die am weitesten verbreitet ist und die wir alle üblicherweise vor Augen haben, wenn wir von “der” Cajon sprechen) gibt es eine ganze Reihe von Kistentrommeln, die sich hinsichtlich Form, Größe und Spieltechnik vom gängigen „Hauptmodell“ unterscheiden. In unserem Basisratgeber Cajon erklären wir in aller Kürze die wesentlichsten Merkmale der afro-peruanischen -, der kubanischen -, der Bass- sowie der Falt-Cajon. Hier noch ein paar weitere Beispiele besonderer Cajons:

Kompakte Cajons
Die Cajonito von Schlagwerk beispielsweise ist extrem kompakt und bietet zwei Schlagflächen mit unterschiedlichen Sounds:

Cajons aus Pappe
Es gibt sogar Papp-Cajons! – Die sind allerdings in der Regel eher der Kategorie „Pappschachtel mit Fun-Faktor“ zuzuordnen und können mit Holz-Cajons vom Anspruch her natürlich nicht unbedingt mithalten … spaßig sind sie aber allemal!

Die Cajon aus Pappe ist ein nettes Gimmick.

Cajons für Kinder
Und natürlich gibt es auch viele schöne Cajons, die statt der üblichen Sitzhöhe von etwa 50 cm eine reduzierte Größe von um die 35 bis 37 cm für alle kleineren und/oder jüngeren Cajonspieler anbieten.

4. Mikrofonierung von Cajons

Mikrofonierung bei Live-Auftritten

Wenn man eine Cajon live abnehmen möchte, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie ein oder mehrere Mikrofone platziert werden können. Es bieten sich Mikrofonierungen von vorne (Positionierung vor der Schlagfläche), von hinten (Positionierung vor dem bzw. am Schallloch) und im Innern der Cajon an.

Live-Abnahme mit 1 Mikrofon: Schallloch

Das Shure SM57-LCE gilt als Klassiker unter den Instrumentenmikrofonen und bildet zusammen mit einer passenden Befestigungsklammer ein ideales Set für die Abnahme einer Cajon am Schallloch.
Das Shure SM57-LCE gilt als Klassiker unter den Instrumentenmikrofonen und bildet zusammen mit der passenden Befestigungsklammer ein ideales Set für die Abnahme einer Cajon am Schallloch.

Befestigung des Mikrofons am Schallloch
Für die Abnahme am Schallloch kann man das Mikrofon mithilfe einer Klammer/Halterung direkt am Schallloch befestigen. Der Vorteil im Vergleich zur Abnahme mit einem Mikrofon, das an einem Stativ in der Nähe des Schalllochs befestigt wird, ist der, dass das direkt am Schallloch angeklemmte Mikrofon immer die gleiche Position zur Schallquelle beibehält, auch wenn die Cajon gekippelt wird oder während des Spiels einmal leicht in ihrer gesamten Position verrutschen sollte.

Welches Mikrofon?
Das Shure SM57-LCE gilt als Klassiker unter den Instrumentenmikrofonen und ist aufgrund seiner Konstruktion (dynamisches Mikrofon mit Nierencharakteristik) für die Abnahme von Cajons geradezu prädestiniert. Die Nierencharakteristik sorgt dafür, dass die Schallwellen der Cajon optimal aufgefangen werden, während Geräusche außerhalb bzw. hinter der Cajon reduziert werden und gleichzeitig ein hohes Maß an Rückkopplungssicherheit (ein Must-have auf Live-Bühnen!) gewährleistet ist. Dabei werden durch den Frequenzgang des SM57 sowohl die tieferen Bassfrequenzen als auch die höheren Snaretöne ausgewogen aufgenommen.

Live-Abnahme mit 2 Mikrofonen: Schallloch + Schlagplatte

Optimale Soundausbeute
Sehr häufig wird für Live-Abnahmen die Kombination „Schallloch + Schlagplatte“ gewählt, um mithilfe zweier Mikrofone sowohl eine optimale Ausbeute der Bässe (Schallloch) als auch der Mitten und Obertöne (Schlagplatte) zu erreichen. Die Anteile der Bässe und Obertöne im Gesamtsound können dann im individuell bevorzugten Verhältnis zusammengemischt werden.

Tiefe Bassfrequenzen am Schallloch
Für die Abnahme am Schallloch bietet sich ein robustes und gegenüber anderen Schallquellen unempfindliches Tauchspulenmikrofon mit Nierencharakteristik an, das auf die Abnahme tiefer Bassfrequenzen abgestimmt ist. In Frage kämen da etwa das Sennheiser E902, das Shure Beta 52A oder das  AKG D 112 MKII. Das Mikrofon kann dann entweder mit einer Klemme direkt am Schallloch montiert oder mithilfe eines Stativs in etwas Entfernung zum Schallloch positioniert werden. Je weiter die Entfernung des Mikrofons zum Schallloch ist, desto basslastiger wird dabei der resultierende Sound. Ein gängiges Maß für die Stativ-Variante ist ein Abstand zwischen Mikrofon und Schallloch von etwa 20 cm.

Bewegungsfreiheit an der Schlagplatte
Um zusätzlich die Schlagplatte von vorne mit einem zweiten Mikrofon abzunehmen und damit gezielt die höheren Frequenzen und „knallenden“ Snare-Effekte einzufangen, wird vor der Schlagplatte ein Stativ platziert, das auf jeden Fall mindestens so viel Abstand zur Cajon aufweisen muss, dass der Cajon-Spieler nicht in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Gängige Werte liegen hier zwischen 20 bis 30 cm. Das Mikro am Stativ wird dabei auf den oberen Bereich der Schlagplatte ausgerichtet.

Unterschiedliche Klangbilder austesten
Je nachdem, in welchem Abstand und Winkel Stativ und Mikrofon zur Schlagplatte positioniert werden, ergeben sich unterschiedliche Klangbilder, die man am besten einfach austestet, um den für sich optimalen Sound zu erhalten. Auch für die Abnahme von vorne bietet sich wieder ein dynamisches Mikrofon mit Nierencharakteristik an, wie zum Beispiel das Shure PGA56-XLR, das speziell für die Abnahme von Snares und Toms konzipiert wurde, das Shure SM57 – ebenfalls als Snare-Mikro sehr beliebt – oder Alternativen anderer Hersteller wie das Sennheiser E904 oder das Pronomic VM-57.

Live-Abnahme mit 1 Mikrofon: Innenabnahme

Wird das Mikrofon im Innern der Cajon fixiert, hat dies – wie beim Anklemmen des Mikrofons am Schallloch – den Vorteil, dass beim Kippeln die Position des Mikros zum Schallloch und zur Schlagfläche immer gleich bleibt. Gleichzeitig handelt es sich um eine unkomplizierte bzw. rasch umgesetzte Mikrofonierungsvariante.

Das Shure Beta 91A ist sehr gut für die Abnahme von Cajons geeignet.
Ein Grenzflächenmikrofon, das sehr populär für die Innenabnahme von Cajons ist, ist das Shure Beta 91A.

Grenzflächenmikrofone
Für die Innenabnahme mit einem Mikrofon eignen sich sogenannte Grenzflächenmikrofone besonders gut. Sie können sehr einfach im Innern der Cajon auf dem Boden (am besten mit einer Schaumstoffunterlage) platziert werden. Die spezielle Bauform des flachen Grenzflächenmikrofons führt dazu, dass die gegebenen, akustischen Eigenschaften ideal ausgenutzt werden.

Ein Grenzflächenmikrofon, das sehr populär für die Innenabnahme von Cajons ist, ist das Shure Beta 91A. Es ist besonders gut geeignet, um Bassdrums und andere tieffrequente Instrumente – und somit auch die Cajon – abzunehmen und liefert zusätzlich zum druckvollen Bass auch einen ausgeglichenen Snare-Sound. Natürlich eignen sich auch die Alternativen anderer Hersteller, zum Beispiel das Sennheiser E901.

Mikrofonierung im Studio

Studio-Abnahme mit mehreren Mikrofonen: Schallloch + Schlagplatte + Overhead

Andere Bedingungen als auf der Bühne
Für die Mikrofonierung im Studio bietet sich die differenzierte Abnahme mit zwei oder mehr Mikrofonen (zum Beispiel auch in Kombination mit Overhead-Mics) an. Da – anders als bei Live-Auftritten – keine anderen Instrumente/Schallquellen als Störfaktoren berücksichtigt werden müssen, können – und dies ist vor allem für die Schlagplatten-Abnahme interessant – gezielt auch die im Vergleich zu dynamischen Mikrofonen empfindlicheren Kondensatormikrofone eingesetzt werden.

Schlagplatte/Snare-Sound
Kondensatormikrofone nehmen Höhen besser auf als dynamische Mikrofone und sind damit für die Abnahme des Schlagplatten- bzw. Snare-Sounds sehr gut geeignet. Beispiele für Kleinmembran-Kondensatormikrofone wären das AKG Blue Line C391B, bei dem die Kapsel bei Bedarf auch gegen andere Kapseln mit anderen Richtcharakteristiken ausgetauscht werden kann, oder das kompakte Shure Beta 98D/S. Großmembranmikrofone vor der Schlagfläche sorgen für einen besonders warmen und vollen Sound.

Abnahme am Schallloch
Das Mikrofon, das hinter der Cajon platziert wird, sollte für die Abnahme tiefer Frequenzen geeignet sein. Passend sind hier zum Beispiel die dynamischen Mikrofone, auf die auch schon im Zusammenhang mit einer Live-Abnahme im Absatz „Tiefe Bassfrequenzen am Schallloch“ eingegangen wurde.

 

5. Glossar

Achtcharakteristik
Mikrofone mit Achtcharakteristik nehmen Schallquellen, die von vorne und von hinten auf das Mikrofon treffen, in gleichem Maße auf, sind dafür aber für Schallquellen, die von der Seite kommen, sehr unempfindlich. Die Achtcharakteristik wird beispielsweise bei Großmembranmikrofonen eingesetzt.

Bändchenmikrofon
Bauform des dynamischen Mikrofons; Bändchenmikrofone eignen sich nicht für die Aufnahme sehr tiefer Frequenzen. Sie verfügen über eine Achtcharakteristik und sind relativ leicht und filigran, dadurch aber in der Regel auch empfindlicher als Tauchspulenmikrofone; diese Empfindlichkeit gilt auch für den Schalldruck, sodass sie hohe Lautstärken nicht so gut vertragen. Die allermeisten (es gibt auch Modelle, bei denen das anders ist) Bändchenmikrofone eignen sich aufgrund ihrer Empfindlichkeit eher fürs Studio als für Live-Umgebungen, obgleich man immer hört: „Dynamische Mikros sind die richtigen Mikros für Live-Gigs.“ – Grund: Die Bändchenmikrofone gehören zwar zu den dynamischen Mikrofonen, sind aber meistens gar nicht gemeint, wenn allgemein von „dynamischen Mikrofonen“ die Rede ist – wer von den Eigenschaften dynamischer Mikrofone spricht, meint damit eigentlich immer Tauchspulenmikrofone, ohne dies konkret zu benennen.

dynamisches Mikrofon
wird auch „elektromagnetisches“ Mikrofon genannt; Dynamische Mikrofone, genauer: Tauchspulenmikrofone, werden vor allem live eingesetzt (im Vergleich zu den Kondensatormikrofonen, die vor allem im Studio verwendet werden); dynamische Mikros sind robust und können auch ganz ordentliche Lautstärken vertragen; siehe auch Tauchspulenmikrofon und Bändchenmikrofon

Grenzflächenmikrofon
Mikrofon mit spezieller, flacher Bauform, die eine schnelle, unkomplizierte Positionierung erlaubt.

Großmembranmikrofon
Die Mikrofonkapseln von Großmembranmikrofonen haben einen Membrandurchmesser von mindestens 2,54 cm. Im Vergleich zum Kleinmembranmikrofon ist der Klang nicht neutral, sondern hat – je nach Modell – seine eigene Charakteristik. Großmembranmikrofone werden aus diesem Grund häufig eingesetzt, um einer Gesangsstimme eine besondere Prägung zu verleihen.

Halbniere
Grenzflächenmikrofone mit Nierencharakteristik werden als „Halbniere“ bezeichnet. Im Gegensatz zur Nierencharakteristik, bei der der Schall am besten von vorne, minimal aber auch von hinten aufgenommen wird (Rückkopplungssicherheit!), wird – bedingt durch die spezielle Bauform – beim Grenzflächenmikrofon überhaupt kein Schall über die „hintere“, das heißt auf dem Boden aufliegende, Seite aufgenommen.

hybrid
Kombination zweier Grundmerkmale; eine Hybrid-Cajon beschreibt die Möglichkeiten akustisch und elektronisch bespielbar zu sein.

Kippeln
Cajon wird leicht nach hinten gekippt, sodass die Schlagplatte beim Spielen komfortabler zu erreichen ist.

Kleinmembranmikrofon
Die Mikrofonkapseln von Kleinmembranmikrofonen haben einen Membrandurchmesser von weniger als 2,54 cm. Je kleiner die Kapsel, desto neutraler und präziser der Klang.

Kondensatormikrofon
Im Gegensatz zu dynamischen Mikrofonen verfügen manche Kondensatormikrofone über eine veränderbare Richtcharakteristik. Ganz allgemein sind Kondensatormikrofone weniger robust als dynamische Mikrofone, sind aber in der Lage, präzisere/detailliertere Aufnahmen zu liefern, weshalb sie vor allem in Studioumgebungen zum Einsatz kommen. Höhen geben sie präziser als dynamische Mikrofone wieder.

Kugelcharakteristik
Mikrofone mit Kugelcharakteristik nehmen Schallquellen aus allen Richtungen rundherum gleichermaßen auf, das heißt sie sind nicht auf eine Schallquelle aus irgendeiner bestimmten Richtung bevorzugt ausgerichtet (ungerichtetes Mikrofon). Mikrofone mit Kugelcharakteristik kommen vor allem für Sprachanwendungen zum Einsatz. Sie sind sehr rückkopplungsanfällig und deshalb für Live-Bühnen nicht geeignet.

Mikrofonierung
Auswahl und Aufstellung/Anbringen von Mikrofonen

Nierencharakteristik
Die Nierencharakteristik ist bei Mikrofonen sehr gängig. Bei der Richtcharakteristik Niere wird der Schall, der von vorne auf das Mikrofon trifft, am besten aufgenommen, während der Schall, der von hinten ans Mikrofon herangetragen wird, fast gar nicht ausschlaggebend ist. Diese Charakteristik der Schallaufnahme bewirkt, dass Mikrofone mit Nierencharakteristik relativ rückkopplungssicher sind und sich damit gut für den Einsatz auf Live-Bühnen eignen.

Overhead-Mikrofon
Raummikrofone, die nicht direkt an einem Instrument oder Instrumentenbestandteil positioniert werden, sondern im Raum, "in der Luft", "über Kopf", also oberhalb des gesamten abzunehmenden Instrumentes (insbesondere beim Schlagzeugset). Overheads kommen in der Regel paarweise zum Einsatz und sorgen dafür, dass - zusätzlich zu Einzelabnahmen - der übergeordnete Gesamtsound eingefangen wird.

Ribbon Mic
= Bändchenmikrofon

Richtcharakteristik
Eigenschaft eines Mikrofons, die ausschlaggebend dafür ist, wie laut/empfindlich das Mikro für Schallquellen aus unterschiedlichen Richtungen ist. Es gibt unter anderem folgende Richtcharakteristik-Varianten: Kugelcharakteristik, Nierencharakteristik, Achtcharakteristik.

Sample
digitalisierte Soundstücke; Aufnahmen von Tönen, Tonabfolgen oder Geräuschen

Tauchspulenmikrofon
Bauform des dynamischen Mikrofons; Wird von einem dynamischen Mikrofon gesprochen, wird hier meistens automatisch das Tauchspulenmikrofon gemeint. Tauchspulenmikrofone sind relativ unempfindlich und erfassen sehr feine Details nicht besonders gut. Diese Attribute verhelfen ihnen zur Eignung als Live-Mikrofon. Darüber hinaus können sie, bedingt durch ihre Bauart, relativ kostengünstig hergestellt werden. Tauchspulenmikrofone können hohen Schalldruck, also hohe Lautstärken, gut vertragen.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am: 08.02.2017, Autor: Jutta Kühl.

Quellen:

http://www.bmub.bund.de/themen/luft-laerm-verkehr/laermschutz/laermschutz-im-ueberblick/was-ist-laerm/
http://www.cajon.ch/pdf/Cajon%20Mikrofonierung.pdf
http://www.delamar.de/recording/recording-welches-mikrofon-kaufen-oder-welches-mikrofon-man-wofuer-einsetzt-6943/
http://www.production-partner.de/basics/mikrofon-theorie-alle-mikrofone-in-der-uebersicht/
http://www.sela-cajon.com/Sela_Snare_Traverse-s-21.html?p=10
http://www.shure.de/supportdownload/glossary
http://www.soundandrecording.de/equipment/roehren-und-baendchenmikrofon/
http://www.sticks.de/equipment/roland-el-cajon-im-test/
https://de.wikipedia.org/wiki/Caj%C3%B3n
https://de.wikipedia.org/wiki/Dynamisches_Mikrofon
https://de.wikipedia.org/wiki/Grenzfl%C3%A4chenmikrofon
https://de.wikipedia.org/wiki/Kondensatormikrofon
https://de.wikipedia.org/wiki/Lautst%C3%A4rke
https://pixabay.com/de/die-stopper-verkehr-twilight-stau-1316962/
https://pixabay.com/de/flugzeug-turbine-d%C3%BCse-triebwerk-1555880/
https://pixabay.com/de/regen-baum-gr%C3%BCn-bl%C3%A4tter-ast-829669/
https://pixabay.com/de/seifenblase-atem-blase-reflexion-1101630/
https://shuredeutschland.wordpress.com/2013/02/08/mikrofongrundlagen-richtcharakteristik/
https://www.youtube.com/watch?v=nwvCE3uqKFQ
Recording Magazin 06/2010, PPV Medien, „Voller Sound aus der Kiste“