Für die ersten Cajon-Grooves reichen wenige Grundschläge aus. Zu den wichtigsten Techniken gehören Bass, Tone, Tip und Slap sowie knackige Akzente über die Clap Corners. Durch unterschiedliche Anschlagpositionen und Lautstärken lassen sich bereits mit diesen Grundlagen abwechslungsreiche Rhythmen spielen.
Bass
Der Bass wird im mittleren Bereich der Schlagplatte mit locker aufliegender Hand gespielt. Entscheidend ist ein kurzer, kontrollierter Anschlag, bei dem die Hand nach dem Kontakt wieder von der Fläche zurückfedert. Die optimale Bassposition variiert je nach Cajon.
Tone
Der Tone wird im oberen Randbereich der Schlagfläche gespielt. Dabei trifft die Hand mit den Fingern beziehungsweise dem vorderen Bereich der Hand auf die Cajon. Der Klang ist deutlich heller und prägnanter als beim Bass und übernimmt häufig akzentuierende Aufgaben im Groove.
Die Clap Corner ist davon zu unterscheiden. Gemeint ist die äußerste obere Ecke der Schlagfläche beziehungsweise bei manchen Cajons ein speziell konstruiertes oder leicht gelöstes Ecksegment, das besonders knackige, clapartige Akzente ermöglicht.
Tip
Der Tip ist ein leiser, kontrollierter Schlag, der meist mit den Fingerspitzen oder Fingern gespielt wird. Er dient weniger als deutlicher Akzent, sondern häufig dazu, einen Rhythmus aufzufüllen und in Bewegung zu halten.
Tips werden oft als Ghost Notes eingesetzt - also als sehr leise Zwischenschläge, die kaum hervortreten, aber wesentlich zum Groove und zum rhythmischen Fluss beitragen.
Slap
Der Slap ist ein kurzer, heller und durchsetzungsfähiger Akzentschlag. Er wird vor allem im oberen Bereich der Schlagfläche gespielt und lebt von einem schnellen, kontrollierten Kontakt der Finger mit der Cajon.
Wichtig für Anfänger: Ein kräftiger Slap entsteht nicht durch möglichst viel Kraft, sondern durch die richtige Technik. Die Hand bleibt locker und löst sich nach dem Anschlag schnell wieder von der Schlagfläche. So entsteht ein klarer, knackiger Klang, ohne Hände oder Instrument unnötig zu belasten.
Praxistipp: einfacher Cajon-Groove für Anfänger
Mit einem einfachen Grundrhythmus kannst du die wichtigsten Schläge direkt miteinander verbinden.
Zähle gleichmäßig: 1 & 2 & 3 & 4 &
| Zählzeit | 1 | & | 2 | & | 3 | & | 4 | & |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schlag | Bass | Tip | Tone | Tip | Bass | Tip | Tone | Tip |
| leiser | leiser | leiser | leiser |
Der Bass liegt auf den Zählzeiten 1 und 3, der Tone auf 2 und 4. Die leiseren Tips füllen die Zwischenzählzeiten aus und sorgen dafür, dass der Groove gleichmäßig weiterläuft.
Beginne zunächst langsam und achte darauf, dass Bass und Tone deutlich hervortreten, während die Tips bewusst leiser bleiben. Wenn der Ablauf sicher sitzt, kannst du das Tempo schrittweise erhöhen.
Tipp: Übe den Groove zunächst mit Metronom. So entwickelst du ein gleichmäßiges Timing und ein besseres Gefühl für die Abstände zwischen den einzelnen Schlägen.
- 1. Einleitung
- 2. Woher kommt die Cajon? Herkunft und Geschichte
- 3. Wie klingt eine Cajon?
- 4. Welche Cajon-Bauformen gibt es?
- 5. Aus welchem Material besteht eine Cajon?
- 6. Wie ist eine Cajon aufgebaut?
- 7. Richtig auf der Cajon sitzen
- 8. Cajon spielen lernen: die wichtigsten Schlagtechniken
- 9. Cajon für Kinder und Musikunterricht
- 10. Cajon-Glossar: wichtige Begriffe einfach erklärt