Eine Cajon besteht im Wesentlichen aus Korpus, Schlagplatte, Rückwand mit Schallloch und gegebenenfalls einem Snare-System. Die einzelnen Bauteile wirken gemeinsam als Resonanzkörper und bestimmen Ansprache, Klang und Spielgefühl des Instruments. Je nach Bauart unterscheiden sich insbesondere die Konstruktion der Schlagplatte und die verwendeten Snare-Elemente.
Cajon Aufbau: alles Wissenswerte
Dieses Ratgeberkapitel richtet sich an alle, die den Aufbau einer Cajon besser verstehen und verschiedene Modelle gezielt vergleichen möchten - vom Einsteiger bis zum erfahrenen Spieler. Wer weiß, wie Korpus, Materialien und Snare-Systeme zusammenspielen, kann Klangunterschiede besser einschätzen, das passende Instrument leichter auswählen und Möglichkeiten zur individuellen Klanggestaltung bewusster nutzen.
Korpus
Der Korpus einer Cajon besteht aus sechs Holzplatten, die zu einem stabilen, quaderförmigen Resonanzkörper zusammengefügt werden. Zwar gibt es mittlerweile auch Modelle aus Kunststoff, Karton oder Pappe, Holz ist jedoch nach wie vor das mit Abstand wichtigste Material.
Seitenteile, Schlagplatte und Resonanzplatte
Die tragenden Korpusplatten (= stabile Seitenwände sowie Boden- und Deckelplatten) bestehen meist aus mehrlagigem Sperrholz, seltener aus Massivholz, und sind je nach Bauweise etwa 10 bis 15 mm stark. Die Schlagplatte auf der Vorderseite (= Frontplatte) und die Resonanzplatte auf der Rückseite fallen in der Regel deutlich dünner aus, damit sie gut schwingen können. Eine typische Cajon ist etwa 50 bis 60 cm hoch sowie rund 30 bis 40 cm breit und tief.
Snare-Klang
Viele moderne Cajons verfügen über ein Snare-Element, das mit Gitarrensaiten oder einem Snareteppich für den charakteristischen Schnarrklang - den Snare-Sound - sorgt und sich oft stimmen bzw. klanglich anpassen lässt. Traditionelle Modelle kommen dagegen teilweise ohne Snare-System aus und klingen entsprechend trockener und natürlicher.
Cajon-Maße im Überblick
- Höhe: meist etwa 50 bis 60 cm
- Breite: in der Regel rund 30 bis 35 cm
- Tiefe: meist etwa 30 bis 35 cm
- Stärke der Seiten-, Boden- und Deckelplatten: häufig etwa 10 bis 15 mm
- Stärke der Schlagfläche: meist ungefähr 3 bis 5 mm
- Stärke der Rückwand: meist ungefähr 3 bis 5 mm
- Durchmesser des Schalllochs: häufig etwa 10 bis 12 cm
- Gewicht: je nach Material und Bauweise meist ungefähr 4 bis 7 kg
Die genauen Maße können je nach Modell, Bauart und Einsatzbereich abweichen. Besonders Kinder-, Reise- und Bass-Cajons fallen oft deutlich kleiner oder größer aus.
Massivholz oder Sperrholz - welches Material eignet sich für den Cajon-Korpus?
Für den Korpus einer Cajon kommen meist Sperrholzplatten zum Einsatz. Durch ihre kreuzweise verleimten Holzschichten sind sie formstabil, belastbar und vergleichsweise unempfindlich gegenüber Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit; bei tragenden Teilen sind 1,5 cm Dicke ein typischer Wert. Massivholz wirkt dagegen besonders hochwertig und besitzt eine individuelle Maserung, kann jedoch stärker arbeiten und sich bei ungünstigen Bedingungen verziehen. Klanglich ist nicht allein die Holzart entscheidend: Auch Plattenstärke, Konstruktion, Innenverstrebungen und Verarbeitung beeinflussen Resonanz, Lautstärke und Basswiedergabe.
Das Wichtigste in Kürze:
- Birkenholz ist eine häufige Wahl für Cajons.
- Die Wahl des Holzes beeinflusst die Klangqualität der Cajon.
- Für die Schlagfläche wird häufig 3 mm dickes Birken- oder Buchensperrholz verwendet.
- MDF-Platten sind eine weitere Option für Cajon-Konstruktionen.
| Material | Vorteile | Nachteile | Typische Eigenschaften |
|---|---|---|---|
| Massivholz | Hochwertige, natürliche Optik; individuelle Maserung; kann ein lebendiges Resonanzverhalten bieten | Teurer; reagiert stärker auf Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen; kann sich verziehen oder Risse bilden | Häufig bei hochwertigen oder handgefertigten Cajons |
| Sperrholz | Formstabil; robust; gleichmäßige Materialeigenschaften; meist günstiger; gut zu verarbeiten | Weniger exklusive Optik; Qualität hängt stark von Holzart, Anzahl der Schichten und Verleimung ab | Am häufigsten verwendetes Material für Cajon-Korpusse |
| Birken-Sperrholz | Stabil und belastbar; ausgewogenes Resonanzverhalten; klare Ansprache | Hochwertige Varianten können relativ teuer sein | Sehr verbreitet bei Cajons der mittleren und gehobenen Preisklasse |
| Buche-Sperrholz | Hart, druckfest und widerstandsfähig; unterstützt eine direkte Ansprache | Häufig etwas schwerer als andere Sperrhölzer | Geeignet für robuste und durchsetzungsfähige Instrumente |
| Pappel-Sperrholz | Leicht; preisgünstig; unkompliziert zu verarbeiten | Weniger hart und stoßfest; kann klanglich etwas weniger prägnant wirken | Oft bei günstigen oder besonders leichten Cajons |
| MDF oder andere Holzwerkstoffe | Gleichmäßige Struktur; günstig; einfach industriell zu verarbeiten | Relativ schwer; empfindlich gegenüber Feuchtigkeit; geringere mechanische Belastbarkeit an Kanten und Verschraubungen | Bei hochwertigen Cajons eher selten anzutreffen |
Fazit: Sperrholz ist nicht automatisch die schlechtere Alternative. Hochwertiges, mehrlagiges Sperrholz bietet für einen Cajon-Korpus oft die beste Kombination aus Stabilität, Gewicht, Preis und zuverlässigem Resonanzverhalten.
Wichtige Bestandteile der Cajon: Schlagplatte und Resonanzplatte
Sowohl die Schlag- als auch die Resonanzplatte sind in der Regel dünner als die übrigen Holzplatten, aus denen das Instrument aufgebaut ist. In ihrer Funktion entsprechen sie dem Schlag- und dem Resonanzfell einer Trommel, wie sie beim akustischen Schlagzeug eingesetzt wird.
Schlag- und Resonanzplatte einer Cajon sind meist nur wenige Millimeter stark. Je nach Modell und Bauweise liegt ihre Stärke typischerweise bei etwa 3 bis 5 mm, wobei die Schlagplatte häufig besonders dünn ausgeführt ist, damit sie sensibel anspricht und gut schwingen kann.
Impuls und Resonanz
Über das Anschlagen der Schlagplatte auf der Frontseite wird ein Impuls abgegeben. Die erzeugten Schwingungen werden im Inneren der Cajon, dem Resonanzkörper, verstärkt. Die Resonanzplatte auf der Rückseite der Cajon verfügt über ein Schallloch, das den Schall aus dem Inneren nach außen abstrahlt. Bei einer Cajon in Standardgröße besitzt das meist kreisrunde Schallloch häufig einen Durchmesser von etwa 10 bis 12 cm. Größe und Position können je nach Modell variieren und beeinflussen unter anderem die Basswiedergabe, Resonanz und Lautstärke des Instruments.
Snare-Element
Die allermeisten Cajones bieten die Möglichkeit, Snare-Effekte in die Percussion einfließen zu lassen. Der Snare-Sound entsteht dabei im Zusammenspiel der Schlagplatte mit einem Snare-Element, das im Innern der Trommel verbaut ist und an der Schlagplatte anliegt. Als Snare-Element können unterschiedliche Anordnungen bzw. Konstruktionen dienen; am gängigsten ist die Verwendung von Gitarren-Stahlsaiten oder Snareteppichen.
Cajons mit fest montiertem Snare-Effekt entdecken
Cajons mit herausnehmbarem/abschaltbarem Snare-Effekt entdecken
Mechanisch erzeugter Snare-Effekt
Das grundsätzliche Funktionsprinzip, durch das der charakteristische Snare-Sound entsteht, ist unabhängig davon, ob ein Snareteppich oder Gitarrensaiten als Klanggeber dienen, immer dasselbe: Die Schlagplatte wird angeschlagen und dieser Impuls überträgt sich auch auf das verwendete Snare-Element, das von innen an der Rückseite der Schlagplatte anliegt. Durch die Vibrationen der Stahlsaiten oder Drahtspiralen (Snareteppich) wird der besondere, metallische, "raschelnde" Klang erzeugt.
Gitarrensaiten
Bilden bei einer String-Cajon Gitarrensaiten im Hohlraum das Snare-Element, können diese normalerweise über die Unterseite der Cajon mit einem Innensechskantschlüssel gestimmt werden. Das Wort "stimmen" mag für den einen oder anderen in diesem Zusammenhang etwas verwirrend klingen - gemeint ist hier das Einstellen der Spannung der Gitarrensaiten: Je lockerer die Saite gespannt ist, desto ausgeprägter zeigt sich der resultierende Snare-Effekt.
Snareteppich
Während der Snare-Effekt bei Gitarrensaiten über die Spannung reguliert werden kann, verringert man ungewünscht heftiges Schnarren beim Snareteppich, indem man diesen zum Beispiel mithilfe von Schaumstoff abdämpft. Viele Hersteller haben zu diesem Zweck in die Snare-Traverse eine Aussparung eingearbeitet, über die man bei Bedarf ein Stück Schaumstoff an den Snareteppich heranschieben kann.
Es gibt auch Cajons, bei denen man das Snare-Element herausnehmen oder den Snare-Effekt über eine spezielle mechanische Vorrichtung sogar wahlweise zulassen bzw. ganz unterbrechen - also quasi "abschalten" - kann. Wie bei einer klassischen Snare Drum wird der Snare-Teppich dann über eine Abhebung von seiner Ausgangsposition (an der Schlagplatte anliegend) wegbewegt. Dadurch, dass der Kontakt des Snare-Elements zur Schlagplatte unterbrochen wird, vibrieren diese nicht mehr auf der Schlagplatte mit und der Snare-Effekt entfällt.
FAQ: Häufige Fragen zum Aufbau einer Cajon
Aus welchen Bestandteilen besteht eine Cajon?
Eine Cajon besteht im Wesentlichen aus Seitenwänden, Boden, Deckel, Schlagplatte, Rückwand beziehungsweise Resonanzplatte und einem Schallloch. Viele moderne Modelle verfügen zusätzlich über ein Snare-System aus Saiten oder einem Snareteppich.
Wie groß ist eine Cajon normalerweise?
Eine Cajon für Erwachsene ist meist etwa 50 bis 60 cm hoch sowie ungefähr 30 bis 40 cm breit und tief. Kinder-Cajons, Reise-Cajons und spezielle Bass-Cajons können deutlich davon abweichen.
Wie dick sind die Holzplatten einer Cajon?
Die stabilen Seiten-, Boden- und Deckelplatten sind häufig etwa 10 bis 15 mm stark. Schlag- und Resonanzplatte fallen mit meist etwa 3 bis 5 mm deutlich dünner aus, damit sie besser schwingen können.
Besteht eine Cajon aus Massivholz oder Sperrholz?
Die meisten Cajons werden aus mehrlagigem Sperrholz gefertigt, da es stabil, belastbar und formbeständig ist. Massivholz kommt seltener zum Einsatz und wird vor allem wegen seiner natürlichen Optik und individuellen Materialeigenschaften geschätzt.
Haben alle Cajons ein Snare-System?
Nein. Viele moderne Cajons besitzen Gitarrensaiten oder einen Snareteppich, die den charakteristischen Schnarrklang erzeugen. Traditionelle Cajons kommen teilweise ohne Snare-System aus und klingen meist trockener und offener.
Welche Funktion hat das Schallloch?
Das Schallloch befindet sich üblicherweise auf der Rückseite der Cajon und leitet den im Resonanzkörper entstehenden Schall nach außen. Seine Größe und Position können die Basswiedergabe, Resonanz und Lautstärke beeinflussen.
Wie entsteht der Klang einer Cajon?
Beim Anschlagen wird die dünne Schlagplatte in Schwingung versetzt. Der Korpus verstärkt die entstehenden Resonanzen, während das Schallloch den Klang nach außen abstrahlt. Ein vorhandenes Snare-Element ergänzt den typischen schnarrenden Sound.
Beeinflusst der Aufbau den Klang einer Cajon?
Ja. Material, Plattenstärke, Größe des Korpus, Konstruktion der Schlagplatte sowie Art und Einstellung des Snare-Systems wirken sich auf Ansprache, Bass, Lautstärke und Klangcharakter aus.
Worauf sollten Einsteiger beim Cajon-Aufbau achten?
Für Einsteiger sind eine gut ansprechende Schlagplatte, eine klare Trennung zwischen Bass- und Snare-Sound sowie eine angenehme Sitzhöhe besonders wichtig. Ein verstellbares Snare-System bietet zusätzliche Möglichkeiten, den Klang an die eigenen Vorlieben anzupassen.
- 1. Einleitung
- 2. Woher kommt die Cajon? Herkunft und Geschichte
- 3. Wie klingt eine Cajon?
- 4. Welche Cajon-Bauformen gibt es?
- 5. Aus welchem Material besteht eine Cajon?
- 6. Wie ist eine Cajon aufgebaut?
- 7. Richtig auf der Cajon sitzen
- 8. Cajon spielen lernen: die wichtigsten Schlagtechniken
- 9. Cajon für Kinder und Musikunterricht
- 10. Cajon-Glossar: wichtige Begriffe einfach erklärt