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Keyboards

Spaß auf 61 Tasten!
… oder natürlich auch auf 32, 37, 44, 49, 54 oder 76 Tasten. – In ihrer typischsten Form allerdings haben Keyboards 61 Tasten und sind vor allem eines: kompakt und portabel.

In Abgrenzung zum (E-) Piano verfügt das Keyboard über eine vom Umfang und Gewicht her reduzierte Tastatur, die sich auch hinsichtlich ihres Spiel- und Anschlaggefühls von der Klaviatur eines Pianos unterscheidet.

Keyboards bieten jede Menge Soundmöglichkeiten und machen richtig viel Spaß. Foto © Inna Vlasova / fotolia.com

Keyboards bieten jede Menge Soundmöglichkeiten und machen richtig viel Spaß. Foto: fotolia.com/Inna Vlasova.

1. Wie unterscheiden sich Keyboards von Digitalpianos?

Erscheinungsbild

Home-Pianos: Möbel mit Holzgehäuse
Zwischen Home-Keyboards und digitalen Home-Pianos gibt es einen Unterschied, der sofort ins Auge sticht: Während Keyboards auf das reduziert bzw. konzentriert sind, wonach sie benannt wurden – nämlich auf ihre Tastatur –, ist das Erscheinungsbild eines Digitalpianos dem eines akustischen Klavieres nachempfunden. Ein Home-Piano hat in der Regel ein Holzgehäuse und wird zu Hause wie eine Art Möbel in den Wohnbereich integriert. Eine spontane Portabilität ist beim Home-Piano nicht vorgesehen.

Digitalpianos und Keyboards - hier das Classic Cantabile DP-90+ Digitalpiano und das FunKey 61 Plus Keyboard - unterscheiden sich schon rein optisch deutlich voneinander.

Keyboards: reduzierte Tastatur und maximale Portabilität
Beim Home-Keyboard bezieht sich der Wortbestandteil „Home“ zwar auch auf das heimische Umfeld, jedoch in einer etwas anderen Hinsicht. Die Spezifikation „Home“ ist bei Keyboards in Abgrenzung zu „Entertainer“-Modellen zu sehen. Home-Keyboards erheben damit nicht unbedingt den Anspruch auf hochkarätige, professionellste Anwenderfunktionen, sondern sind für das hobbymäßige oder semi-professionelle Musizieren – eher zu Hause als auf den großen Bühnen dieser Welt – gemacht.

Gewichtete Tasten

Digitalpianos: gewichtete Tasten sind ein Muss
Gewichtete Tasten sind vor allem ein Merkmal von Digitalpianos. Zwar kann auch bei manchen Keyboardmodellen eine Gewichtung vorkommen, in der Regel handelt es sich dann allerdings um leicht gewichtete Tasten, also eine im Vergleich zum Piano abgeschwächte Ausstattungsvariante. Einer der Hauptansprüche von Digitalpianos liegt darin, akustische Klaviere so authentisch wie möglich nachzuahmen. Dies bezieht sich nicht nur auf den Klang, sondern auch auf das Spielgefühl. Umgesetzt wird dieses Ziel über die anschlagsdynamischen, gewichteten Hammertastaturen von Digitalpianos.

Keyboards: anderes Spielgefühl durch nicht oder nur leicht gewichtete Tasten
Keyboards hingegen erheben nicht den Anspruch, Klaviere zu imitieren, sondern stehen vielmehr für sich als autonome Instrumente mit der Möglichkeit, vielfältige, ganz eigene Klangwelten zu erschaffen. Das Spielgefühl, das durch die authentische Gewichtung von Tasten erzeugt wird, ist bei Keyboard-„Anwendungen“ gar nicht unbedingt erwünscht und würde von vielen Keyboardern sicherlich sogar als hinderlich empfunden werden.

Anschlagsdynamik

Weitaus gängiger als gewichtete Tasten sind bei einem Keyboard anschlagsdynamische Tasten. Diese Technik sorgt dafür, dass kräftiger angeschlagene Tasten auch kräftigere Töne produzieren, während sanftere Tastenanschläge zu leiseren Tonergebnissen führen. Durch die Anschlagsdynamik erhalten die gespielten Stücke automatisch ein hohes Maß an Lebendigkeit. Anschlagsdynamische Tasten sind bei Keyboards ab der mittleren Preisklasse üblich und bei E-Pianos heutzutage eigentlich Standard.

Entertainerkeyboards wie das Yamaha PSR-S970 verfügen über besonders viele Sound- und Effektmöglichkeiten.
Entertainerkeyboards wie das Yamaha PSR-S970 verfügen über besonders viele Sound- und Effektmöglichkeiten.

Taster, Pads, Regler …

Wie schon in einem der vorhergehenden Abschnitte erwähnt, setzen Keyboards in weitaus höherem Maße, als dies bei E-Pianos der Fall ist, auf ihre ganz eigenen, vielfältigen Soundmöglichkeiten. Aus diesem Grund haben sie auch weitaus mehr Sounds, Rhythmen und Effektmöglichkeiten als Digitalpianos. Beim Digitalpiano werden Streicher, Orgelklänge und andere Instrumente in der Regel vor allem unterstützend hinzugezogen, um bestimmte Stimmungen zu erzeugen und stehen damit normalerweise nicht im Vordergrund.

Begleitautomatik

Automatisch erzeugte, passende Akkorde
Ein ganz charakteristisches Feature von Keyboards ist die dynamisch reagierende Begleitautomatik: Während der Keyboarder (als Rechtshänder) mit der rechten Hand eine Melodie spielt, greift er mit der linken Hand begleitende Akkorde. Ist die Begleitautomatik aktiviert, nimmt diese einen mit der linken Hand gespielten Akkord als Grundlage und erzeugt auf dieser Basis einen passenden, harmonischen Begleitakkord. Diese Begleitakkorde können dann mit unterschiedlichen Instrumenten-Sounds und Styles belegt werden, zum Beispiel Bass oder Schlagzeug. Die Begleitung wird in sogenannten Pattern rhythmisch wiederholt, bis der Keyboarder seinen Basis-Begleitakkord ändert.

Akkorderkennung auf Basis von Einzeltönen
Bei Keyboards, die zusätzlich über eine Single-Finger-Akkorderkennung verfügen, funktioniert das beschriebene Verfahren auch dann, wenn mit der linken Hand nicht ein ganzer Akkord (= drei Töne), sondern nur Einzeltöne gegriffen werden. Wird beispielsweise ein C gespielt, interpretiert die Single-Finger-Begleitautomatik das gespielte C als C-Dur-Akkord und ordnet dann wiederum passende Harmonien zu.

Charakteristisches Feature bei Keyboards
Während die Begleitautomatik bei Keyboards ganz charakteristisch ist und als Funktionalität im Vordergrund steht, spielt sie bei Digitalpianos eine eher untergeordnete Rolle. Dies ist alleine schon daran erkennbar, dass es zwar viele Modelle von Digitalpianos mit Begleitautomatik („Ensemble-Pianos“) gibt, der weitaus größere Teil von Digitalpianos aber bewusst auf eine Begleitautomatik verzichtet, da die meisten Pianisten sich an ganz klassischen Spieltechniken orientieren.

Pedale

Während Digitalpianos in den allermeisten Fällen standardmäßig über drei Fußpedale verfügen, werden Pedale bei Keyboards optional verwendet, das heißt bei Bedarf als Zubehör an das Keyboard angeschlossen.

Pedal Digitalpiano Keyboard
Soft  
Sostenuto  
Sustain
Expression  

Soft-Pedal
Das Soft-Pedal ist das linke Pedal des Digitalpianos. Synonym verwendete Begriffe für das Soft-Pedal sind Piano-Pedal und Leise-Pedal. Das Soft-Pedal bewirkt, dass die gespielten Töne leiser wiedergegeben werden, solange das Pedal betätigt wird. Das englische Wort „soft“ heißt übersetzt „weich“, aber auch „nachgiebig“ oder „sanft“. „Piano“ kommt aus dem Italienischen und bedeutet „sachte“ oder „leise“.

Sostenuto-Pedal
Das mittlere Fußpedal des Digitalpianos heißt Sostenuto-Pedal. Betätigt man das Sostenuto-Pedal, werden die Töne, die man direkt zuvor angespielt hat, gehalten, während die Töne, die man nach dem Betätigen des Pedals – quasi „neu“ – anschlägt, wieder normal erklingen.

Sustain-Pedale werden auch Dämpfer-Pedale genannt. Es gibt sie als Zubehör für Keyboards. Foto: Roland DP-10 Dämpfer-Pedal.
Sustain-Pedale werden auch Dämpfer-Pedale genannt. Es gibt sie als Zubehör für Keyboards. Foto: Roland DP-10 Dämpfer-Pedal.

Das Sostenuto-Pedal kann man zum Beispiel einsetzen, um einen Akkord gezielt nachklingen zu lassen, gleichzeitig aber schon wieder Melodietöne in den Akkordnachklang „hineinzuplatzieren“. „Sostenuto“ ist ein italienisches Wort und bedeutet „getragen“.

Sustain-Pedal
Das Sustain-Pedal befindet sich beim Digitalpiano rechts und wird als Zubehör gerne auch bei Keyboards verwendet.

Das englische Verb „to sustain“ bedeutet „erhalten“, „fortsetzen“, „tragen“ oder „aufrechterhalten“ – und genau das bewirkt dieses Pedal auch: Solange das Sustain-Pedal gedrückt wird, klingen die gespielten Töne nach. Im Unterschied zum Sostenuto-Pedal, bei dem die zuvor gespielten Töne „betroffen“ sind, greift beim Sustain-Pedal der Effekt für alle nachfolgend angeschlagenen Tasten (ohne dass diese gehalten werden müssen).

Beim akustischen Vorbild, dem Flügel, werden durch Betätigen des Sustain-Pedals die Dämpfer von den Saiten abgehoben, sodass die Saiten nachklingen, die gespielten Töne also länger aufrechterhalten werden. Das Sustain-Pedal wird auch Dämpfer-Pedal (wegen des Abhebens der Dämpfer von den Saiten), Tonhalte-Pedal oder Forte-Pedal (ital. Forte = stark, kräftig) genannt.

Roland EV-5 Expressionpedal für Instrumente mit Expression-Anschluss.
Roland EV-5 Expressionpedal für Instrumente mit Expression-Anschluss.

Expression-Pedal
Sogenannte Expression-Pedale werden nicht nur bei Keyboards eingesetzt, sondern unter anderem auch zur Steuerung von Effekten beispielsweise bei E-Gitarren.

Verwendet man ein Expression-Pedal zusammen mit einem Keyboard, hat man zum Beispiel die Möglichkeit, mit Hilfe des Pedals Streicher oder andere Instrumente während des Spielens ein- und auszublenden (siehe auch nachfolgendes Video).

Expression-Pedale zeichnen sich durch ihre stufenlose Regelung aus. Oft werden sie synonym auch als „Volume-Pedale“ bezeichnet, wobei die stufenlose Regelung der Lautstärke nur eine von zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten des Expression-Pedals darstellt.

Roland KC-150 Keyboardverstärker mit 65 Watt Ausgangsleistung

Lautstärke

Abhängig von ihrer technischen Ausstattung erreichen einfache Keyboards in aller Regel nicht die Lautstärke von Digitalpianos. Während Digitalpianos normalerweise standardmäßig über Lautsprecher mit einem gewissen Volumen verfügen, gibt es für Keyboards, die mit relativ schwachen Lautsprechern ausgestattet sind, die Möglichkeit, externe Verstärker anzuschließen. Für den Hausgebrauch ist dies allerdings nicht notwendig. Die Option der externen Verstärkung ist vielmehr für Bühnenanwendungen interessant.

 

Die wesentlichen Unterschiede von Digitalpianos und Keyboards im Überblick

Merkmal Digitalpiano Keyboard
Aussehen größeres Möbel kompakte Tastatur
Portabilität nein ja
Tastenanzahl typischerweise 88 typischerweise 61
Gewichtung der Tasten in aller Regel: ja keine Gewichtung oder leicht gewichtete Tasten
Anschlagsdynamik Standard außer bei den sehr günstigen Modellen ein gängiges Feature
Voices/Sounds/Instrumente/Klangfarben oft weniger: um die 20 oder 30 sind gängig meist sehr viele: gängig sind um die 100, häufig verfügbar aber bis zu 800 und mehr
Begleitautomatik/Rhythmen/Styles stehen eher im Hintergrund charakteristisch
Pedale Standard: Soft, Sostenuto, Sustain optionales Zubehör: Sustain, Expression
Lautstärke lauter leiser
McGrey LK-5430 Keyboard mit Leuchttasten

2. Spielend einfach Keyboard lernen

Leuchttasten & Co

Viele Keyboardmodelle verfügen über spezielle Features, die es Einsteigern besonders einfach machen möchten, sich dem Spiel auf den Tasten unverkrampft und mit viel Spaß anzunähern. Es gibt zum Beispiel Keyboards, bei denen sich Tonabfolgen durch die Technik beleuchteter Tasten zusätzlich zur akustischen Wahrnehmung auch hervorragend optisch nachvollziehen und damit spielerisch verinnerlichen lassen.

Die Kombination der Sinne

Die Kombination „hören und sehen“ ist fürs Erlernen des Keyboardspiels ganz allgemein empfehlenswert. Hat man die Melodie eines Liedes verinnerlicht, kann man dieses Lied normalerweise auch leichter auf den Tasten erarbeiten und nachspielen. Wie in so vielen Bereichen des Lebens gilt auch beim Musik machen: je vertrauter, desto besser. Hört und sieht man eine Tonabfolge gleichzeitig, wird sich diese mit ziemlicher Sicherheit besser einprägen als ein Lied, das man nur gehört, dessen Griffabfolge auf der Tastatur man aber nicht gesehen hat.

Die weißen Tasten: Stammtöne – So einfach ist das!

Theoretische Grundlagen
Auch wenn manche Menschen eine gewisse Abneigung gegen sie hegen: einige theoretische Grundlagen gehören beim Keyboard lernen einfach irgendwie dazu und erleichtern das „Vorankommen“ auf und mit diesem Instrument vor allem ungemein. Viele Basisinhalte, hierzu gehört auch das Wissen über die sogenannten Stammtöne, sind sehr leicht zu verinnerlichen und sorgen gleichzeitig für freudige Aha!-Erlebnisse: „Aha! Echt? So einfach ist das?“

Stammtöne
Als Stammtöne werden die Töne C, D, E, F, G, A und H der C-Dur-Tonleiter bezeichnet. Auf dem Keyboard liegen diese Stammtöne auf den weißen Tasten. Wo genau sie angeordnet bzw. zu finden sind, kann man sich eigentlich ganz einfach merken.

Betrachtet man eine Keyboardtastatur, fällt auf, dass die schwarzen Tasten in 2er- und 3er-Grüppchen angeordnet sind:

INFO-TIPP

Die Lehrbücher von Axel Benthien sind bei Keyboardlehrern wie -schülern gleichermaßen beliebt. Sie beinhalten schon ab dem 1. Band auch einfache musiktheoretische Inhalte.

Die Lehrbücher von Axel Benthien sind sehr beliebt.

Die schwarzen Tasten der Klaviatur bilden Zweier- und Dreier-Gruppen.

Dies einmal verinnerlicht, kann man sich nun hervorragend an dieser Anordnung orientieren. Die Stammtonreihe beginnt mit C immer auf der weißen Taste, die sich links neben einer 2er-Gruppe von schwarzen Tasten befindet:

Der Stammton C liegt auf der Tastatur links neben der Zweiergruppe schwarzer Tasten.

Die Stammtonabfolge C-D-E-F-G-A-H wiederholt sich auf einer Keyboardtastatur mit 61 Tasten fünf Mal.

Die Stammtonabfolge C-D-E-F-G-A-H wiederholt sich auf einer Keyboardtastatur mit 61 Tasten fünf Mal.

In die Notenschrift übertragen, sehen die Stammtöne der C-Dur-Tonleiter so aus:

Die Stammtöne der C-Dur-Tonleiter im Notensystem.

Die schwarzen Tasten: erhöhte und erniedrigte Stammtöne

Erhöht man den Stammton C um einen ganzen Ton, landet man beim Stammton D. Erhöht man den Stammton C um einen Halbton, landet man beim Cis. Das Cis entspricht der schwarzen Taste, die zwischen den beiden weißen Tasten C und D liegt.

Das Cis ist um einen Halbton höher als das C. Das Des ist um einen Halbton tiefer als das D. Cis und Des liegen auf derselben schwarzen Taste.

Jetzt andersherum: Welcher Ton ist einen ganzen Ton tiefer als der Stammton D? – Der Stammton C. Und welcher Ton ist einen halben Ton tiefer als der Stammton D? Das ist das Des.

Cis und Des liegen auf derselben schwarzen Taste zwischen C und D. Bei Cis und Des handelt es sich also um denselben Ton, der – je nachdem, von welcher „Richtung“ aus betrachtet – ein halber Ton höher als das C oder ein halber Ton tiefer als das D ist.

Soll ein Stammton um einen Halbton erhöht gespielt werden, wird dies im Notensystem durch eine Raute gekennzeichnet. Das Erniedrigen um einen Halbton wird mit einem „b“ vor der Note angezeigt. Zwischen den Stammtönen E und F sowie H und C besteht ein Halbtonabstand. Die übrigen Stammtöne unterscheiden sich jeweils um einen Ganzton.

Halb- und Ganztonabstände auf der Klaviatur.

Die C-Dur-Tonleiter

Die C-Dur-Tonleiter besteht nur aus Stammtönen und lässt sich von Einsteigern mit ein wenig Übung relativ einfach erlernen. Das folgende Video liefert Tipps zur Fingerstellung und zum sogenannten Unter- und Übersetzen, also dem Überwechseln der Finger einer Spielhand in einen erweiterten Tastenraum nach oben/rechts und unten/links.

Im Notensystem werden Akkorde dadurch angezeigt, dass mehrere Noten in einer senkrechten Linie übereinanderliegen. Grafik: Wikipedia.
Im Notensystem werden Akkorde dadurch angezeigt, dass mehrere Noten in einer senkrechten Linie übereinanderliegen.

Einstieg in die Welt der Akkorde

Unter einem Akkord versteht man den harmonischen Zusammenklang mehrerer Töne. Meistens handelt es sich um drei Töne („Dreiklang“), die gleichzeitig gespielt werden. Akkorde lassen ein Musikstück voller und kräftiger klingen und sich als begleitendes und verstärkendes Element unterschiedlich einsetzen. Man kann Akkorde verwenden, um seinen Gesang auf dem Keyboard zu begleiten oder Akkorde im Rahmen eines Songs, den man – ohne Gesang – auf dem Keyboard performt, einfließen lassen. Im folgenden Video werden einige einfache Akkorde gezeigt.

Umkehrung
Was der Keyboarder im Video praktiziert, wenn er vom einfachen C-Dur-Akkord das „untere“ C weglässt und stattdessen das nächsthöher gelegene C für den Akkord wählt, nennt man „Umkehrung“. Im Notensystem werden Akkorde durch „Dreiereinheiten“ von Noten dargestellt (siehe Grafik oberhalb des Videos).

3. Komponieren mit dem Keyboard

Tom Decker arbeitet beim Musikhaus Kirstein, spielt selber schon sehr lange Keyboard und beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit dem Thema Musicals und Kompositionen. Wenn Tom selbst Songs komponiert, ist sein Keyboard immer in der Nähe.

Tom, ist das Keyboard ein Instrument, das besonders gut zum Komponieren geeignet ist?

Tom: "Wenn man in der Art und Weise komponiert, wie ich es tue, dann auf jeden Fall. Wenn das Lied an sich und dann auch der Text fertig sind, schreibe ich nämlich auch immer gleich die Arrangements dazu. Wenn in dem Lied dann zum Beispiel Piano, Geigen, Bläser und Gitarre enthalten sein sollen, ist es sehr hilfreich, wenn man gleich hört, wie alles zusammen in etwa klingen könnte. Da ist das Keyboard mit seinen vielen verschiedenen Sounds natürlich besonders prädestiniert."

Wie komponierst Du mit dem Keyboard? Gibt es bestimmte Herangehensweisen oder Tricks, um auf eine Melodie zu kommen?

Tom: "In meiner Zeit als Anfänger habe ich immer die Begleitautomatik als Inspirationsquelle benutzt. Das ist sehr zu empfehlen, wenn man in diesem Bereich noch nicht so viel Erfahrung hat.

Mittlerweile ist es, wenn ich komponiere, so, dass ich entweder verschiedene Akkordverbindungen probiere und mir die Melodie sozusagen dazu „ersinge“ oder ich spiele einfach drauflos, bis ich eine Melodie gefunden habe, die mir gefällt."

„Begleitautomatik als Inspirationsquelle“ – wie kann man sich das praktisch vorstellen?

Tom: "Wenn man jetzt nicht gerade ein begnadeter Pianist oder das Können noch nicht ausgereift ist, dann ist es manchmal schwierig, sich vorzustellen, wie der Song, den man schreibt, klingen könnte, wenn er fertig ist. Wenn ich aber jetzt zum Beispiel eine Swingnummer schreiben will, dann hilft es mir enorm, wenn ich bei der Begleitautomatik schon einmal hören kann, wie so ein Arrangement aufgebaut sein kann und wie sich das mit Rhythmus und Begleitinstrumenten in etwa anhören wird.

Aber auch die automatischen Intros der Begleitautomatik können sehr inspirierend sein. Mir hat es immer sehr geholfen, mich mit Musikrichtungen vertraut zu machen, in denen ich zuvor noch nicht so viele Erfahrungen sammeln konnte."

Wie lange hast Du Keyboardunterricht genommen, bevor Du angefangen hast, eigene Stücke zu kreieren?

Tom: "Das müssen so ca. 1,5 Jahre gewesen sein."

Ist das Keyboard ein Instrument, das einem relativ schnell Erfolgserlebnisse bringt?

Tom: "Ja, auf jeden Fall. Anders als bei manchen anderen Instrumenten kommt man beim Keyboard relativ schnell zu schönen Ergebnissen. Allerdings wird man natürlich auch beim Keyboard nicht von heute auf morgen zum Profi. Das Keyboard vereinigt in sich sehr viele Facetten; und wenn man richtig gut werden und alle Facetten beherrschen will, dann heißt es auch hier: üben, üben, üben!"

Akkorde spielen beim Keyboard und in der Folge dann auch beim Komponieren eine relativ wichtige Rolle, oder?

Tom: "Ja das ist richtig. Egal ob man nun komponieren will, in einer Band mitspielen oder selbst zu seinem Spiel singen möchte: die Akkorde sind unumgänglich. Aber man muss natürlich nicht alle auf einmal können. Es gibt vier Akkorde, die sehr leicht zu spielen sind (nur weiße Tasten) und mit denen man schon leicht über 100 Lieder spielen kann. C-Dur, A-Moll, F-Dur und G-Dur heißen die vier, mit denen auch ich begonnen habe. Die würde ich auch jedem, der gerade mit dem Akkordspiel anfängt, sehr ans Herz legen."

INFO-TIPP

In unserer Reihe „Und sonst so?“ stellen wir musikalische Projekte vor, in denen sich Mitarbeiter des Musikhauses Kirstein privat engagieren. Im Rahmen dieser Reihe haben wir auch Thomas Decker, der im „M3 – Musicals & More Murnau e.V.“ und in der „Klangfabrik“ in Weilheim aktiv ist, interviewt.

» Blog: „Und sonst so? – Tom: unser Musical-Macher.“

Tom komponiert mit seinem Keyboard unter anderem Songs für seine Musicals.
Tom komponiert mit seinem Keyboard unter anderem Songs für seine Musicals.

4. Glossar

Anschlagsdynamik
Je nachdem, wie stark eine Taste angeschlagen wird, fällt auch der erzeugte Ton unterschiedlich kräftig aus. Die erzeugten Klänge können also dynamisch beeinflusst werden.

Arranger Keyboard
Keyboard mit Begleitautomatik

B
international gebräuchliche Bezeichnung für den Stammton H

b
deutsche Bezeichnung für: H erniedrigt um einen Halbton (statt Hes)

Bb
international gebräuchliche Bezeichnung für die deutsche Entsprechung b (= H erniedrigt um einen Halbton)

Begleitautomaten, Begleitautomatik
erzeugt begleitende Instrumente bzw. begleitende Muster, zu denen der Musiker spielen kann; während des Spielens werden von der Begleitautomatik harmonische Akkorde erkannt, es wird über einen oder mehrere Takte ein passender Rhythmus festgelegt und auf auswählbare Instrumentenklänge umgelegt (zum Beispiel: Gitarre, Streicher, Orgel usw.).

Chord
(engl.) = Akkord

Fill In
(engl. to fill in = ausfüllen, eine Lücke ausfüllen); Überbrückung kurzer Pausen bei einem Musikstück durch melodische oder rhythmische Ergänzungen.

Gewichtung
Bei einem akustischen Klavier werden die Saiten über einen Hammermechanismus angeschlagen und so die einzelnen Töne erzeugt. Gewichtete Tasten zeichnen sich durch einen gewissen Widerstand beim Herunterdrücken aus. Dabei rührt der Ausdruck „gewichtet“ tatsächlich von kleinen Gewichten her, die dem Tastenmechanismus zugeordnet sind. Die charakteristische gewichtete Hammermechanik akustischer Pianos, die für ein dynamisches, ausdrucksstarkes Klavierspiel äußerst wichtig ist, wird bei Digitalpianos möglichst naturgetreu nachgeahmt.

Halbgewichtung
= leichte Gewichtung

Hammer
mechanisches Element eines akustischen Klaviers; Der Hammer besteht aus Holz und ist in der Regel mit Filz bezogen. Trifft dieser Hammer auf eine Klaviersaite, wird die Saite in Schwingung versetzt und ein Ton erzeugt.

Hammermechanik
Mechanik, die als Hebelkonstruktion bei Klavieren und Flügeln zur Klangerzeugung eingesetzt wird

Loop
(engl. = Schleife); aufgenommene Sequenz, die sich wiederholt

Monophonie
Einstimmigkeit; es kann nur ein Ton erzeugt werden und nicht mehrere Töne (Akkorde) gleichzeitig; die Trompete gehört beispielsweise zu den monophonen Musikinstrumenten

Pattern
(engl. = Muster); sich wiederholendes Muster einer Harmonie- oder Rhythmusabfolge

Polyphonie
Mehrstimmigkeit; es können gleichzeitig mehrere Töne erzeugt werden, zum Beispiel Akkorde

Reverberation
(engl.) = Hall-/Echo-/Nachklangeffekt

Transponieren
Musikstück in eine andere Tonart übertragen

Transpose
(engl.); siehe: Transponieren

Vibrato
(ital. vibrare = schwingen, beben, zittern); Effekt, bei dem ein anhaltender Ton/Klang mit leicht abweichenden Veränderungen der Tonhöhe wiedergegeben wird. Der vibrierende Klang wirkt lebendiger und dynamischer als der reine Basiston.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am: 11.03.2016, Autor: Jutta Kühl

Quellen/Bilder:

http://einsteiger-keyboard.de/keyboard-lernen-tutorial/
http://klaviererfolg.de/clavinova/nie-ein-keyboard-zum-klavierspielen.html
http://www.keyboards.de/tutorials/digitalpianos-der-richtige-einstieg/
http://www.tastenwelt.de/interview_michael_kunz.0.html
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chord_C.png?uselang=de
https://de.fotolia.com/id/79138448
https://de.wikipedia.org/wiki/Begleitautomatik
https://de.wikipedia.org/wiki/Fill_(Musik)
https://de.wikipedia.org/wiki/Keyboard
https://de.wikipedia.org/wiki/Stammton
https://de.wikipedia.org/wiki/Vibrato
https://pixabay.com/de/keyboard-klavier-musik-instrument-1209466/