Keyboards: Party, Pop und Entertainment!

Keyboards sind kompakt, handlich, portabel und machen jede Menge Spaß. Meist haben sie 61 Tasten, aber es gibt auch viele Modelle mit 76, 54, 49, 44, 37 oder 32 Tasten.

Der Umfang von 61 Tasten hat sich vor allem im Popbereich und für den Hausgebrauch durchgesetzt, da der geringere Tonumfang (61 Tasten im Vergleich zu 88 Tasten bei einem akustischen oder digitalen Piano) für diese Zwecke vollkommen ausreicht.

Entertainer-Keyboards haben im Vergleich zu Home-Keyboards öfter auch 76 Tasten, um ein größeres Spektrum an Genres abdecken zu können. Die Regel sind aber auch bei Entertainer-Keyboards 61 Tasten. Sehr charakteristisch für Keyboards ist die sogenannte Begleitautomatik.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der Unterschied zwischen einem Digitalpiano und einem Keyboard?
    Wesentliche Unterschiede im Überblick, Erscheinungsbild, Gewichtete Tasten, Anschlagsdynamik, Taster, Pads, Regler, Begleitautomatik, Pedale, Lautstärke
  2. Spielend einfach Keyboard lernen
    Leuchttasten & Co, Die Kombination der Sinne, Theoretische Grundlagen, Die weißen Tasten: Stammtöne, Die schwarzen Tasten: erhöhte und erniedrigte Stammtöne, Die C-Dur-Tonleiter, Einstieg in die Welt der Akkorde
  3. Komponieren mit dem Keyboard
  4. Glossar

1. Was ist der Unterschied zwischen einem Digitalpiano und einem Keyboard?

Wesentliche Unterschiede im Überlick

Digitalpiano Keyboard
Erscheinungsbild größeres Möbel kompakte Tastatur
Portabilität nein ja
Tastenanzahl typischerweise 88 typischerweise 61
Gewichtung der Tasten in aller Regel: ja keine Gewichtung oder leicht gewichtete Tasten
Anschlagsdynamik Standard außer bei den sehr günstigen Modellen ein gängiges Feature
Voices/Sounds/Instrumente/Klangfarben oft weniger: um die 20 oder 30 sind gängig meist sehr viele: gängig sind um die 100, häufig verfügbar aber bis zu 800 und mehr
Begleitautomatik/Rhythmen/Styles stehen eher im Hintergrund charakteristisch
Pedale Standard: Soft, Sostenuto, Sustain optionales Zubehör: Sustain, Expression
Lautstärke lauter leiser
Digitalpianos sind eher Möbelstücke, Keyboards dagegen sehr transportabel.

Erscheinungsbild & Portabilität

Home-Pianos: Möbel mit Holzgehäuse

Zwischen Home-Keyboards und digitalen Home-Pianos gibt es einen Unterschied, der sofort ins Auge sticht: Während Keyboards auf das reduziert bzw. konzentriert sind, wonach sie benannt wurden – nämlich auf ihre Tastatur –, ist das Erscheinungsbild eines Digitalpianos dem eines akustischen Klavieres nachempfunden. Ein Home-Piano hat in der Regel ein Holzgehäuse und wird zu Hause wie eine Art Möbel in den Wohnbereich integriert. Eine spontane Portabilität ist beim Home-Piano nicht vorgesehen.

Keyboards: reduzierte Tastatur und maximale Portabilität

Beim Home-Keyboard bezieht sich der Wortbestandteil "Home" zwar auch auf das heimische Umfeld, jedoch in einer etwas anderen Hinsicht. Die Spezifikation "Home" ist bei Keyboards in Abgrenzung zu "Entertainer"-Modellen zu sehen. Home-Keyboards erheben damit nicht unbedingt den Anspruch auf hochkarätige, professionellste Anwenderfunktionen, sondern sind für das hobbymäßige oder semi-professionelle Musizieren – eher zu Hause als auf den großen Bühnen dieser Welt – gemacht.

Gewichtete Tasten

Digitalpianos: gewichtete Tasten sind ein Muss

Gewichtete Tasten sind vor allem ein Merkmal von Digitalpianos. Zwar kann auch bei manchen Keyboardmodellen eine Gewichtung vorkommen, in der Regel handelt es sich dann allerdings um leicht gewichtete Tasten, also eine im Vergleich zum Piano abgeschwächte Ausstattungsvariante.

Einer der Hauptansprüche von Digitalpianos liegt darin, akustische Klaviere so authentisch wie möglich nachzuahmen. Dies bezieht sich nicht nur auf den Klang, sondern auch auf das Spielgefühl. Umgesetzt wird dieses Ziel über die anschlagsdynamischen, gewichteten Hammertastaturen von Digitalpianos. Weitere Infos zum Thema Gewichtung bietet unser Blogbeitrag "Fragen zu Pianotastaturen".

Keyboards: anderes Spielgefühl durch nicht oder nur leicht gewichtete Tasten

Keyboards hingegen erheben nicht den Anspruch, Klaviere zu imitieren, sondern stehen vielmehr für sich als autonome Instrumente mit der Möglichkeit, vielfältige, ganz eigene Klangwelten zu erschaffen. Das Spielgefühl, das durch die authentische Gewichtung von Tasten erzeugt wird, ist bei Keyboard-"Anwendungen" gar nicht unbedingt erwünscht und würde von vielen Keyboardern sicherlich sogar als hinderlich empfunden werden.

Die Klaviaturen von Keyboards und Digitalpianos unterscheiden sich.

Anschlagsdynamik

Weitaus gängiger als gewichtete Tasten sind bei einem Keyboard anschlagsdynamische Tasten. Diese Technik sorgt dafür, dass kräftiger angeschlagene Tasten auch kräftigere Töne produzieren, während sanftere Tastenanschläge zu leiseren Tonergebnissen führen. Durch die Anschlagsdynamik erhalten die gespielten Stücke automatisch ein hohes Maß an Lebendigkeit. Anschlagsdynamische Tasten sind bei Keyboards ab der mittleren Preisklasse üblich und bei E-Pianos heutzutage eigentlich Standard.

Taster, Pads, Regler ...

Keyboards setzen in weitaus höherem Maße als E-Pianos auf ihre ganz eigenen, vielfältigen Soundmöglichkeiten. Aus diesem Grund haben sie in der Regel auch viel mehr Sounds, Rhythmen und Effektmöglichkeiten als Digitalpianos. Beim Digitalpiano werden Streicher, Orgelklänge und andere Instrumente normalerweise eher unterstützend hinzugezogen, um bestimmte Stimmungen zu erzeugen und stehen damit nicht, wie beim Keyboard, im Vordergrund. Entertainer-Keyboards verfügen über besonders viele Sound- und Effektmöglichkeiten.

Michel Voncken - Mexican Style - Yamaha PSR S970
Michel Voncken - Mexican Style - Yamaha PSR S970
youtube play icon

Begleitautomatik

Charakteristisches Feature bei Keyboards

Während die Begleitautomatik bei Keyboards ganz charakteristisch ist und als Funktionalität im Vordergrund steht, spielt sie bei Digitalpianos eine eher untergeordnete Rolle. Dies ist alleine schon daran erkennbar, dass es zwar viele Modelle von Digitalpianos mit Begleitautomatik ("Ensemble-Pianos") gibt, der weitaus größere Teil von Digitalpianos aber bewusst auf eine Begleitautomatik verzichtet, da die meisten Pianisten sich an ganz klassischen Spieltechniken orientieren.

Automatisch erzeugte, passende Akkorde

Ein ganz charakteristisches Feature von Keyboards ist die dynamisch reagierende Begleitautomatik: Während der Keyboarder (als Rechtshänder) mit der rechten Hand eine Melodie spielt, greift er mit der linken Hand begleitende Akkorde. Ist die Begleitautomatik aktiviert, nimmt diese einen mit der linken Hand gespielten Akkord als Grundlage und erzeugt auf dieser Basis einen passenden, harmonischen Begleitakkord. Diese Begleitakkorde können dann mit unterschiedlichen Instrumenten-Sounds und Styles belegt werden, zum Beispiel Bass oder Schlagzeug. Die Begleitung wird in sogenannten Pattern rhythmisch wiederholt, bis der Keyboarder seinen Basis-Begleitakkord ändert.

Akkorderkennung auf Basis von Einzeltönen

Bei Keyboards, die zusätzlich über eine Single-Finger-Akkorderkennung verfügen, funktioniert das beschriebene Verfahren auch dann, wenn mit der linken Hand nicht ein ganzer Akkord (= drei Töne), sondern nur Einzeltöne gegriffen werden. Wird beispielsweise ein C gespielt, interpretiert die Single-Finger-Begleitautomatik das gespielte C als C-Dur-Akkord und ordnet dann wiederum passende Harmonien zu.

Wieder schwer im Kommen ... Keytars!

In den 1980er Jahren hatten sie schon einmal Hochkonjunktur und nun treten sie seit einer Weile erneut einen Siegeszug an: Umhängekeyboards, auch "Keytars" (Wortmix aus Keyboard und Guitar) genannt, sind in unterschiedlichen Ausführungen sowohl im Entertainerbereich als auch als Funinstrument wieder hochbeliebt. Die Zauberformel lautet hier: Alles, nur nicht langweilig!

Entertainer-Keyboard Roland AX-Edge

Roland AX Edge
Roland AX Edge
youtube play icon

Home-Keyboard Yamaha SHS-500 Sonogenic

Yamaha sonogenic
Yamaha sonogenic
youtube play icon

Pedale

Während Digitalpianos in den allermeisten Fällen standardmäßig über drei Fußpedale verfügen, werden Pedale bei Keyboards optional verwendet, das heißt bei Bedarf als Zubehör an das Keyboard angeschlossen.

Pedal Digitalpiano Keyboard
Soft
Sostenuto
Sustain
Expression

Soft-Pedal (für Piano)

Das Soft-Pedal ist das linke Pedal des Digitalpianos. Synonym verwendete Begriffe für das Soft-Pedal sind Piano-Pedal und Leise-Pedal. Das Soft-Pedal bewirkt, dass die gespielten Töne leiser wiedergegeben werden, solange das Pedal betätigt wird. Das englische Wort "soft" heißt übersetzt "weich", aber auch "nachgiebig" oder "sanft". "Piano" kommt aus dem Italienischen und bedeutet "sachte" oder "leise".

Sostenuto-Pedal (für Piano)

Das mittlere Fußpedal des Digitalpianos heißt Sostenuto-Pedal. Betätigt man das Sostenuto-Pedal, werden die Töne, die man direkt zuvor angespielt hat, gehalten, während die Töne, die man nach dem Betätigen des Pedals – quasi "neu" – anschlägt, wieder normal erklingen. Das Sostenuto-Pedal kann man zum Beispiel einsetzen, um einen Akkord gezielt nachklingen zu lassen, gleichzeitig aber schon wieder Melodietöne in den Akkordnachklang "hineinzuplatzieren". "Sostenuto" ist ein italienisches Wort und bedeutet "getragen".

Sustain-Pedal (für Piano und Keyboard)

Das Sustain-Pedal befindet sich beim Digitalpiano rechts und wird als Zubehör gerne auch bei Keyboards verwendet.

Das englische Verb "to sustain" bedeutet "erhalten", "fortsetzen", "tragen" oder "aufrechterhalten" – und genau das bewirkt dieses Pedal auch: Solange das Sustain-Pedal gedrückt wird, klingen die gespielten Töne nach. Im Unterschied zum Sostenuto-Pedal, bei dem die zuvor gespielten Töne "betroffen" sind, greift beim Sustain-Pedal der Effekt für alle nachfolgend angeschlagenen Tasten (ohne dass diese gehalten werden müssen).

Beim akustischen Vorbild, dem Flügel, werden durch Betätigen des Sustain-Pedals die Dämpfer von den Saiten abgehoben, sodass die Saiten nachklingen, die gespielten Töne also länger aufrechterhalten werden. Das Sustain-Pedal wird auch Dämpfer-Pedal (wegen des Abhebens der Dämpfer von den Saiten), Tonhalte-Pedal oder Forte-Pedal (ital. Forte = stark, kräftig) genannt.

Volume-/Expression-Pedal im Einsatz mit dem Yamaha Genos
Volume-/Expression-Pedal im Einsatz mit dem Yamaha Genos
youtube play icon

Expression-Pedal (für Keyboard)

Sogenannte Expression-Pedale werden nicht nur bei Keyboards eingesetzt, sondern unter anderem auch zur Steuerung von Effekten beispielsweise bei E-Gitarren. Verwendet man ein Expression-Pedal zusammen mit einem Keyboard, hat man zum Beispiel die Möglichkeit, mit Hilfe des Pedals Streicher oder andere Instrumente während des Spielens ein- und auszublenden. Expression-Pedale zeichnen sich durch ihre stufenlose Regelung aus. Oft werden sie synonym auch als "Volume-Pedale" bezeichnet, wobei die stufenlose Regelung der Lautstärke nur eine von zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten des Expression-Pedals darstellt.

Lautstärke

Abhängig von ihrer technischen Ausstattung erreichen einfache Keyboards in aller Regel nicht die Lautstärke von Digitalpianos. Während Digitalpianos normalerweise standardmäßig über Lautsprecher mit einem gewissen Volumen verfügen, gibt es für Keyboards, die mit relativ schwachen Lautsprechern ausgestattet sind, die Möglichkeit, externe Verstärker anzuschließen. Für den Hausgebrauch ist dies allerdings nicht notwendig. Die Option der externen Verstärkung ist vielmehr für Bühnenanwendungen interessant.

Als Anfänger einfach Keyboard lernen.

Welche Keyboards eignen sich für Anfänger?

Im Grunde genommen eignen sich zunächst einmal alle Home-Keyboards (in Abgrenzung zu den Entertainer-Keyboards) für Anfänger. Denn Home-Keyboards überfordern Einsteiger nicht mit komplexen Features, sondern sind normalerweise relativ übersichtlich gestaltet und halten zudem oft auch noch Lern- und Recording-Optionen bereit. Eine Vielzahl von Begleitrhythmen und Sounds, die von Anfang an richtig viel Probierspaß bringen, sind auch bei den sehr günstigen Modellen schon immer mit an Bord. Wenn man sich die Anschaffungskosten anschaut, erkennt man sofort einen deutlichen Unterschied zwischen Home- und Entertainer-Keyboards. Aufgrund ihrer technischen Ausstattung sind professionelle Entertainer-Modelle spürbar teurer als Hobbyinstrumente für zu Hause. Doch auch innerhalb der Sparte der Home-Keyboards gibt es natürlich klare Preisunterschiede: Während ein Keyboard-Anfänger mit um die 100 Begleitrhythmen und einfacher gestrickten Sounds sicherlich für eine gute Zeit vollauf glücklich und "ausgelastet" sein dürfte, darf es für einen fortgeschrittenen Spieler dann doch gerne einmal das Vielfache an differenzierteren Sounds, Rhythmen und Klangfarben sein – und auch die integrierten Lautsprechersysteme legen mit steigendem Preis natürlich immer noch eine Schippe an Power fürs musikalische Zuhause drauf ...

2. Spielend einfach Keyboard lernen

Leuchttasten & Co

Viele Keyboardmodelle verfügen über spezielle Features, die es Einsteigern besonders einfach machen, sich dem Spiel auf den Tasten unverkrampft und mit viel Spaß anzunähern. Es gibt zum Beispiel Keyboards, bei denen sich Tonabfolgen durch die Technik beleuchteter Tasten zusätzlich zur akustischen Wahrnehmung auch hervorragend optisch nachvollziehen und damit spielerisch verinnerlichen lassen.

Die Kombination der Sinne

Die Kombination "hören und sehen" ist fürs Erlernen des Keyboardspiels ganz allgemein empfehlenswert. Hat man die Melodie eines Liedes verinnerlicht, kann man dieses Lied normalerweise auch leichter auf den Tasten erarbeiten und nachspielen. Wie in so vielen Bereichen des Lebens gilt auch beim Musik machen: je vertrauter, desto besser. Hört und sieht man eine Tonabfolge gleichzeitig, wird sich diese mit ziemlicher Sicherheit besser einprägen als ein Lied, das man nur gehört, dessen Griffabfolge auf der Tastatur man aber nicht gesehen hat.

Leuchttasten-Keyboard Demosong
Leuchttasten-Keyboard Demosong
youtube play icon

Theoretische Grundlagen

Auch wenn manche Menschen eine gewisse Abneigung gegen sie hegen: einige theoretische Grundlagen gehören beim Keyboard lernen einfach irgendwie dazu und erleichtern das Vorankommen auf diesem Instrument ungemein. Viele Basisinhalte, hierzu gehört auch das Wissen über die sogenannten Stammtöne, sind sehr leicht zu verinnerlichen und sorgen gleichzeitig für freudige Aha!-Erlebnisse: "Aha! Wow! So einfach ist das tatsächlich?"

Die weißen Tasten: Stammtöne

Als Stammtöne werden die Töne C, D, E, F, G, A und H der C-Dur-Tonleiter bezeichnet. Auf dem Keyboard liegen diese Stammtöne auf den weißen Tasten. Wo genau sie angeordnet bzw. zu finden sind, kann man sich eigentlich ganz einfach merken. Betrachtet man eine Keyboardtastatur, fällt auf, dass die schwarzen Tasten in 2er- und 3er-Grüppchen angeordnet sind:

Die schwarzen Tasten der Klaviatur bilden Zweier- und Dreier-Gruppen.

Dies einmal verinnerlicht, kann man sich leicht an dieser Anordnung orientieren. Die Stammtonreihe beginnt mit C immer auf der weißen Taste, die sich links neben einer 2er-Gruppe schwarzer Tasten befindet:

Der Stammton C liegt auf der Tastatur links neben der Zweiergruppe schwarzer Tasten.

Die Stammtonabfolge C-D-E-F-G-A-H wiederholt sich auf einer Keyboardtastatur mit 61 Tasten fünf Mal.

Die Stammtonabfolge C-D-E-F-G-A-H wiederholt sich auf einer Keyboardtastatur mit 61 Tasten fünf Mal.

Die schwarzen Tasten: erhöhte und erniedrigte Stammtöne

Erhöht man den Stammton C um einen ganzen Ton, landet man beim Stammton D. Erhöht man den Stammton C um einen Halbton, landet man beim Cis. Das Cis entspricht der schwarzen Taste, die zwischen den beiden weißen Tasten C und D liegt. Erniedrigt man den Stammton D um einen halben Ton, landet man beim Des.

Cis und Des liegen auf derselben schwarzen Taste zwischen C und D. Bei Cis und Des handelt es sich also um denselben Ton, der – je nachdem, von welcher Richtung aus betrachtet – ein halber Ton höher als das C oder ein halber Ton tiefer als das D ist.

Das Cis ist um einen Halbton höher als das C. Das Des ist um einen Halbton tiefer als das D. Cis und Des liegen auf derselben schwarzen Taste.

Soll ein Stammton um einen Halbton erhöht gespielt werden, wird dies im Notensystem durch eine Raute gekennzeichnet. Das Erniedrigen um einen Halbton wird mit einem "b" vor der Note angezeigt. Zwischen den Stammtönen E und F sowie H und C besteht ein Halbtonabstand. Die übrigen Stammtöne unterscheiden sich jeweils um einen Ganzton.

Halb- und Ganztonabstände auf der Klaviatur.

Die C-Dur-Tonleiter

Die C-Dur-Tonleiter besteht nur aus Stammtönen und lässt sich von Einsteigern relativ einfach erlernen. Das folgende Video liefert Tipps zur Fingerstellung und zum sogenannten Unter- und Übersetzen, also dem Überwechseln der Finger einer Spielhand in einen erweiterten Tastenraum nach oben/rechts und unten/links.

Einstieg in die Welt der Akkorde

Unter einem Akkord versteht man den harmonischen Zusammenklang mehrerer Töne. Meistens handelt es sich um drei Töne ("Dreiklang"), die gleichzeitig gespielt werden. Akkorde lassen ein Musikstück voller und kräftiger klingen und sich als begleitendes und verstärkendes Element unterschiedlich einsetzen: Man kann Akkorde verwenden, um seinen Gesang auf dem Keyboard zu begleiten oder Akkorde in einen Song einfließen lassen.

Klavierakkorde lernen
Klavierakkorde lernen
youtube play icon

3. Komponieren mit dem Keyboard

Zum Thema "Komponieren mit dem Keyboard" haben wir unserem ehemaligen Kollegen Tom einige Fragen gestellt. Tom spielt schon seit Ewigkeiten Keyboard und beschäftigt sich seit Langem mit dem Thema Musicals und Kompositionen. Wenn Tom Songs komponiert, ist sein Keyboard immer in der Nähe.

Kann man mit dem Keyboard besonders gut komponieren?

"Wenn man in der Art und Weise komponiert, wie ich es tue, dann auf jeden Fall. Wenn das Lied an sich und dann auch der Text fertig ist, schreibe ich nämlich auch immer gleich die Arrangements dazu. Wenn in dem Lied dann zum Beispiel Piano, Geigen, Bläser und Gitarre enthalten sein sollen, ist es sehr hilfreich, wenn man gleich hört, wie alles zusammen in etwa klingen könnte. Da ist das Keyboard mit seinen vielen verschiedenen Sounds natürlich besonders prädestiniert."

Wie komponiert man mit dem Keyboard? Gibt es bestimmte Herangehensweisen oder Tricks, um auf eine Melodie zu kommen?

"In meiner Zeit als Anfänger habe ich immer die Begleitautomatik als Inspirationsquelle benutzt. Das ist sehr zu empfehlen, wenn man in diesem Bereich noch nicht so viel Erfahrung hat. Mittlerweile ist es, wenn ich komponiere, so, dass ich entweder verschiedene Akkordverbindungen probiere und mir die Melodie sozusagen dazu ersinge oder ich spiele einfach drauflos, bis ich eine Melodie gefunden habe, die mir gefällt."

Wie funktioniert das mit der Begleitautomatik als Inspirationsquelle?

"Wenn man jetzt nicht gerade ein begnadeter Pianist ist oder das Können noch nicht ausgereift ist, dann ist es manchmal schwierig, sich vorzustellen, wie der Song, den man schreibt, klingen könnte, wenn er mal fertig ist. Wenn ich aber jetzt zum Beispiel eine Swingnummer schreiben will, dann hilft es mir enorm, wenn ich bei der Begleitautomatik schon einmal hören kann, wie so ein Arrangement aufgebaut sein kann und wie sich das mit Rhythmus und Begleitinstrumenten in etwa anhören wird. Aber auch die automatischen Intros der Begleitautomatik können sehr inspirierend sein. Mir hat es immer sehr geholfen, mich mit Musikrichtungen vertraut zu machen, in denen ich zuvor noch nicht so viele Erfahrungen sammeln konnte."

Wie lange hast Du Keyboardunterricht genommen, bevor Du angefangen hast, eigene Stücke zu kreieren?

"Das müssen so ungefähr eineinhalb Jahre gewesen sein."

Hat man mit einem Keyboard relativ schnell Erfolgserlebnisse?

"Ja, auf jeden Fall. Anders als bei manchen anderen Instrumenten kommt man beim Keyboard relativ schnell zu schönen Ergebnissen. Allerdings wird man natürlich auch beim Keyboard nicht von heute auf morgen zum Profi. Das Keyboard vereinigt in sich sehr viele Facetten; und wenn man richtig gut werden und alle Facetten beherrschen will, dann heißt es auch hier: üben, üben, üben!"

Akkorde spielen beim Keyboard schon eine relativ wichtige Rolle, oder?

"Ja das ist richtig. Egal ob man nun komponieren will, in einer Band mitspielen oder selbst zu seinem Spiel singen möchte: die Akkorde sind unumgänglich. Aber man muss natürlich nicht alle auf einmal können. Es gibt vier Akkorde, die sehr leicht zu spielen sind (nur weiße Tasten) und mit denen man schon leicht über 100 Lieder spielen kann. C-Dur, A-Moll, F-Dur und G-Dur heißen die vier, mit denen auch ich begonnen habe. Die würde ich auch jedem, der gerade mit dem Akkordspiel anfängt, sehr ans Herz legen."

Mit dem Keyboard lassen sich tolle Arrangements schaffen.

4. Glossar

Anschlagsdynamik
Je nachdem, wie stark eine Taste angeschlagen wird, fällt auch der erzeugte Ton unterschiedlich kräftig aus. Die erzeugten Klänge können also dynamisch beeinflusst werden.

Arranger Keyboard
Keyboard mit Begleitautomatik

B
International gebräuchliche Bezeichnung für den Stammton H

b
Deutsche Bezeichnung für: H erniedrigt um einen Halbton (statt Hes)

Bb
International gebräuchliche Bezeichnung für die deutsche Entsprechung b (= H erniedrigt um einen Halbton)

Begleitautomatik
Erzeugt begleitende Instrumente bzw. begleitende Muster, zu denen der Musiker spielen kann; während des Spielens werden von der Begleitautomatik harmonische Akkorde erkannt, es wird über einen oder mehrere Takte ein passender Rhythmus festgelegt und auf auswählbare Instrumentenklänge umgelegt (zum Beispiel: Gitarre, Streicher, Orgel usw.).

Chord
(engl.) = Akkord

Fill In
(engl. to fill in = ausfüllen, eine Lücke ausfüllen); Überbrückung kurzer Pausen bei einem Musikstück durch melodische oder rhythmische Ergänzungen

Gewichtung
Bei einem akustischen Klavier werden die Saiten über einen Hammermechanismus angeschlagen und so die einzelnen Töne erzeugt. Gewichtete Tasten zeichnen sich durch einen gewissen Widerstand beim Herunterdrücken aus. Dabei rührt der Ausdruck "gewichtet" tatsächlich von kleinen Gewichten her, die dem Tastenmechanismus zugeordnet sind. Die charakteristische gewichtete Hammermechanik akustischer Pianos, die für ein dynamisches, ausdrucksstarkes Klavierspiel äußerst wichtig ist, wird bei Digitalpianos möglichst naturgetreu nachgeahmt. Bei Keyboards spielt die Gewichtung normalerweise keine Rolle.

Halbgewichtung
= leichte Gewichtung

Hammer
Mechanisches Element eines akustischen Klaviers; Der Hammer besteht aus Holz und ist meist mit Filz bezogen. Trifft dieser Hammer auf eine Klaviersaite, wird die Saite in Schwingung versetzt und ein Ton erzeugt.

Hammermechanik
Mechanik, die als Hebelkonstruktion bei Klavieren und Flügeln zur Klangerzeugung eingesetzt wird

Loop
(engl. = Schleife); aufgenommene Sequenz, die sich wiederholt

Monophonie
Einstimmigkeit; es kann nur ein Ton erzeugt werden und nicht mehrere Töne (Akkorde) gleichzeitig; die Trompete gehört beispielsweise zu den monophonen Musikinstrumenten.

Pattern
(engl. = Muster); sich wiederholendes Muster einer Harmonie- oder Rhythmusabfolge

Polyphonie
Mehrstimmigkeit; es können gleichzeitig mehrere Töne erzeugt werden, zum Beispiel Akkorde.

Transponieren
Musikstück in eine andere Tonart übertragen

Quellen/Fotos:
de.wikipedia.org/wiki/Begleitautomatik
de.wikipedia.org/wiki/Fill_(Musik)
de.wikipedia.org/wiki/Keyboard
de.wikipedia.org/wiki/Stammton
einsteiger-keyboard.de/keyboard-lernen-tutorial/
keyboards.de/tutorials/digitalpianos-der-richtige-einstieg/
pixabay.com/de/photos/keyboard-tasten-hände-spielen-3651081/
pixabay.com/de/photos/kind-spiel-klavier-freude-tasten-4132957/
pixabay.com/de/photos/klavier-instrumente-konzert-musik-2065514/
pixabay.com/de/photos/klavier-schwarz-weiß-piano-musik-4520796/
tastenwelt.de/interview_michael_kunz.0.html

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am: 04.03.2020, Autor: Jutta Kühl