Alles Cello!

Alles Cello!

Das Cello heißt eigentlich Violoncello. Das Cello ist Instrument des Jahres 2018. Das Cello ist alles andere als langweilig. Das Cello ist der eigentliche Protagonist eines riesigen Erfolgshits. Und das Cello wurde im Ersten Weltkrieg sogar im Schützengraben gespielt.

Streng genommen heißt das Cello „Violoncello“, allerdings ist es durchaus üblich, die Kurzform „Cello“ zu verwenden. Das aus dem Italienischen stammende Wort „Violoncello“ – das Instrument selbst kommt ursprünglich auch aus Italien – wird im Deutschen manchmal auch als „Kleine Bassgeige“ bezeichnet.

Alles andere als langweilig

Das kroatische Cellisten-Duo „2Cellos“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Publikum zu zeigen, wie aufregend und vielseitig Celli sind. Die beiden Musiker, die sich an der Musikakademie in Zagreb kennengelernt haben, bedienen mit ihren Celli musikalische Genres von Klassik bis Rock.

 

Instrument des Jahres 2018

Das Cello ist Instrument des Jahres 2018. Bereits seit 2008 wählen der Landesmusikrat Schleswig-Holstein und weitere beteiligte Landesmusikräte jährlich ein Instrument des Jahres. Ziel des Projektes ist es, einerseits das Thema Musik ganz allgemein immer wieder aktiv ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und andererseits jährlich ein Instrument auszusuchen, das dann für diesen Zeitraum besonders im Rampenlicht steht und der Bevölkerung über spezielle Infos und Events nähergebracht wird. Unter anderem waren schon die Klarinette, die Trompete, die Gitarre oder auch das Horn Instrument des Jahres.

Warum es Spaß macht, unterhalb des Stegs zu streichen, wenn man sauer ist …

 

Sie spielte Cello …

Udo Lindenbergs “Cello” wurde erstmals 1973 mit dem Album „Andrea Doria“, das auch Lindenbergs kommerziellen Durchbruch brachte, veröffentlicht. 2011 folgte eine Unplugged-Neuauflage zusammen mit Clueso.

 

Doppelt lang und vierfach hoch

Der Korpus des Cellos ist ungefähr doppelt so lang wie der Korpus einer Geige. Die Zargen, also die Seitenteile, die sich zwischen der Decke und dem Boden des Instruments befinden, sind gleichzeitig etwa vier Mal so breit/hoch wie die einer Geige. Der resultierende Resonanzraum sorgt für den besonders warmen Klang des Cellos.

 

Cello in Frontal- und Seitenansicht mit Beschriftung der Instrumententeile. Quelle: wikipedia.org/Georg Feitscher.

Cello in Frontal- und Seitenansicht mit Beschriftung der Instrumententeile. Quelle: wikipedia.org/Georg Feitscher.

Celli im Schützengraben

Man kann es sich eigentlich gar nicht so recht vorstellen, aber es ist wahr: Während des Ersten Weltkriegs wurde das Cello sogar im Schützengraben gespielt. Die Instrumente wurden beispielsweise unter anderem aus Munitionskisten zusammengebaut und von den englischen Soldaten als „Trench Celli“ (engl. trench = Graben, Schützengraben) bezeichnet. Der französische Cellist Maurice Maréchal war etwas über 20 Jahre alt und ebenfalls Soldat im Ersten Weltkrieg, als er sein Kriegscello, das zwei Kameraden für ihn konstruiert hatten, „Le Poilu“ nannte. „Le Poilu“ ist die umgangssprachliche, französische Bezeichnung für einen französischen Frontsoldaten im Ersten Weltkrieg. Das Instrument befindet sich heute in einem Musikinstrumentenmuseum in Paris. Die Cellistin Emmanuelle Bertrand ließ sich das Kriegscello 2011 von einem Geigenbauer nachbauen.

 

 

Quellen/Bilder:

Der Klang des Grauens


http://www.instrument-des-jahres.de
https://de.wikipedia.org/wiki/2Cellos
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Cello_Uebersicht_Teile.jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/Maurice_Mar%C3%A9chal
https://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Lindenberg
https://de.wikipedia.org/wiki/Violoncello
https://www.kulturradio.de/rezensionen/cd/2017/11/Steven-Isserlis-Das-Cello-in-Kriegszeiten.html
https://pixabay.com/de/cello-saiten-saiteninstrument-2830686/