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Welche Blockflöte ist die richtige für mich?

Der Name "Flöte" leitet sich von dem lateinischen Begriff "flatus" (= das Blasen/Atmen, der Hauch) ab. Blockflöten gehören zur Gruppe der Holzblasinstrumente und werden in der Regel auch aus Holz hergestellt (wenngleich dies nicht das Kriterium für ihre Zuordnung zu den Holzblasinstrumenten ist). Es gibt heutzutage auch Holz-Kunststoffversionen und Flöten, die komplett aus Kunststoff gearbeitet sind.

Die Flöte eignet sich als Einsteigerinstrument besonders gut, da sie preiswert, pflegeleicht, robust und nicht zuletzt ganz einfach zu transportieren ist: eine Blockflöte kann man überall mit hinnehmen. Dabei sind Blockflöten äußerst vielseitig. Kinder, die zum ersten Mal eine Flöte ausprobieren, haben sofort das Erfolgserlebnis "Es funktioniert!", da keine besonderen Techniken erlernt werden müssen, um einfache Töne zu erzeugen. Ein professionelles Spielen der Flöte erfordert natürlich viel Übung, aber das gilt ja bekanntermaßen für alle Instrumente. Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen…

Blockflöten werden meist dreiteilig (Kopfstück, Mittelstück, Fußstück) oder zweiteilig (dann sind Mittel- und Fußstück zusammengefasst) gebaut und haben normalerweise sieben Grifflöcher auf der Vorderseite sowie eines auf der Unterseite.

Blockflöten aus Holz

Die meisten Blockflöten werden aus Holz (zum Beispiel aus den heimischen Holzarten Ahorn oder Birne) hergestellt. Dieses Naturprodukt "arbeitet" und reagiert insbesondere auf die Einwirkung von Feuchtigkeit. Deshalb ist es wichtig, die Holzflöte langsam an Feuchtigkeit zu gewöhnen. Die Blockflöte aus Holz muss also über einen gewissen Zeitraum erst einmal eingespielt werden.

Je nachdem, welches Holz für die Fertigung einer Blockflöte ausgewählt wird, gestaltet sich der Klang des Instruments tendenziell heller und obertonreicher (harte Holzsorten) oder grundtonreicher und wärmer (weichere Holzsorten). Je härter und schwerer das Holz einer Blockflöte ist, desto brillanter und lauter ist in der Regel ihr Klang. Neben dem verwendeten Holz spielt für den Klang einer Blockflöte vor allem die Beschaffenheit der Innenbohrung eine entscheidende Rolle.

Ahornholz ist sehr hell, gelblich bis fast weiß.

Ahorn: obertonreich, leicht, klar
Ahornholz ist ein sehr helles Holz, dessen Farbgebung vom Gelblichen bis ins fast Weiße reicht. Ahorn gehört zu den mittelschweren, mittelharten Hölzern. Im Vergleich zu anderen Holzarten ist es relativ wasserunempfindlich – eine wesentliche Eigenschaft im Zusammenhang mit Blockflöten, da während des Spiels durch das Blasen ja ständig eine gewisse Feuchtigkeit produziert wird. Der Klang kann ist leicht, klar und eher obertonreich.

Ahornholz ist sehr hell, gelblich bis fast weiß.

Birne: warm, brillant, grundtonreich
Neben Ahornholz wird auch das edle, heimische Birnbaumholz sehr gerne für Blockflöten verwendet. Dieses Holz hat eine hohe Dichte und ist relativ schwer. Der Klang ist etwas wärmer und grundtonreicher als der von Ahornblockflöten. Farblich geht Birne ins Rötliche. Das feste Holz lässt sich dank seiner gleichmäßigen, feinporigen Struktur gut und sauber bearbeiten und hat eine hohe Formbeständigkeit. Voraussetzung hierfür ist eine lange und langsame Trocknung des Holzes.

Kirschbaumholz hat eine rötliche Färbung.

Kirsche: leicht, elegant, obertonreich
Kirschholz hat eine warme, rötlich-braune Farbgebung. Es verfügt über eine mittlere Dichte und gehört damit zu den mittelschweren Hölzern. Kirschbaumholz ist relativ hart und fest. Auch diese wertvolle, dekorative Holzart lässt sich sehr gut bearbeiten.

Rosenholz hat eine intensive, edle Optik.

Rosenholz: kräftig, warm, strahlend
Rosenholz gehört zur Gruppe der Palisanderhölzer und weist eine intensive, edle Optik auf. Palisander hat im Musikinstrumentenbau eine herausragende Bedeutung. Die Maserung des Holzes ist sehr ausgeprägt, ebenso wie die schöne, rötliche Farbgebung. Rosenholz gehört zu den sehr harten und besonders dichten Holzsorten, der Klang ist äußerst strahlend und brillant.

Blockflöten in der Holz-Kunststoffvariante

Wer auf die Einspielphase, die bei reinen Holz-Blockflöten unbedingt notwendig ist, verzichten möchte, zum Einstieg in das Flötenspiel jedoch einen warmen Holzklang wünscht, kann sich für die Holz-Kunststoffversion entscheiden. Bei diesen Flöten sind Mittel- und Fußstück aus Holz, der Kopf jedoch ist aus Kunststoff gefertigt. Die Kunststoffköpfe sind unglaublich robust, resistent gegen Feuchtigkeit und Bisse und können bei Bedarf auch ganz einfach ausgewaschen werden.

Blockflöten aus Kunststoff

Eine weitere Alternative sind Flöten aus reinem Kunststoff. Kunststoffflöten sind extrem preiswert und pflegeleicht und benötigen keine Einspielphase. Sie werden deshalb oft und gerne für Kinder im Vorschulalter angeschafft. Im Vergleich zur Blockflöte aus reinem Holz und zur Flöte in der Holz-Kunststoffvariante ergeben sich allerdings Einschränkungen hinsichtlich des Klangs, auch das Spielgefühl ist ein anderes.

Einspielphase bei neuen Holzblockflöten

In den ersten Wochen sollten gewisse Spielzeiten nicht überschritten werden:

1. Woche ca. 5 Minuten täglich
2. Woche ca. 10 Minuten täglich
3. Woche ca. 15 Minuten täglich
4. - 6. Woche ca. 30 Minuten täglich

Dabei wird empfohlen, in der ersten Woche vor allen Dingen die untere Tonlage mit langen Haltetönen zu spielen und in der zweiten Woche die mittlere Tonlage hinzuzunehmen und langsame Läufe zu spielen.

Dies alles klingt wahrscheinlich komplizierter, als es eigentlich ist. Wer aufmerksam auf seine Flöte hört, wird ihre Bedürfnisse schnell erkennen. Übrigens müssen auch Holzblockflöten, die für eine längere Zeit nicht gespielt wurden, zunächst wieder eingespielt werden.

Barocke und deutsche Griffweise

Wie schon erwähnt, haben Blockflöten normalerweise sieben Grifflöcher auf der Ober- und eines auf der Unterseite. Schließt man mit den Fingern – der Daumen der linken Hand deckt das Loch auf der Unterseite ab – alle Grifflöcher, erzeugt man den Grundton, das ist der tiefste Ton der Flöte. Durch unterschiedliche Griffe können nun andere, höhere Töne erzeugt werden. Dabei gibt es eine sogenannte "barocke" und eine "deutsche Griffweise".

Barocke Griffweise

  • Die barocke Griffweise wird eher von fortgeschritteneren Spielern genutzt.
  • Das drittunterste Loch ist größer als bei Flöten mit der deutschen Griffweise.
  • Lautstärke, Klangfarbe und Tonhöhe sind reiner, sauberer spielbar als bei der deutschen Griffweise.
  • Um ein "f" zu spielen, wird ein so genannter "Gabelgriff" notwendig

Deutsche Griffweise

  • Die meisten Blockflöten werden in deutscher Griffweise hergestellt.
  • Das drittunterste Loch ist kleiner als bei Flöten mit der barocken Griffweise.
  • Die deutsche Griffweise wird bevorzugt für Einsteiger verwandt und auch gerne schon für Kinder im Vorschulalter genutzt, weil sie einfacher zu lernen und zu spielen ist als die barocke Griffweise.
  • Es ist schwieriger, Halbtöne sauber zu spielen, als dies bei der barocken Griffweise der Fall ist.

Die Blockflöte ist aus vielen Gründen sehr beliebt. Ein Grund liegt sicherlich auch in den äußerst günstigen Anschaffungskosten. So sind Einsteigermodelle schon für unter 20,- Euro erhältlich. Häufig dient die Blockflöte auch als Einsteigerinstrument, beispielsweise im Rahmen eines ersten Instrumentalunterrichts von Kindern ab etwa fünf Jahren, auf das dann mit einem weiterführenden, anderen Instrument aufgebaut wird. Natürlich kann sich zwischen Spieler und Instrument aber auch eine lebendige Freundschaft entwickeln, die ein Leben lang hält …

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am: 11.08.2015

Quellen:
http://www.kueng-blockfloeten.ch/de/pdf/Holzarten.pdf
http://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/forsttechnik...
http://www.musterkiste.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Blockflöte