»Ehrfurcht hat noch niemandem geholfen.« – 8 Fragen an Marcus Deml

»Ehrfurcht hat noch niemandem geholfen.« – 8 Fragen an Marcus Deml

Wir haben uns riesig darüber gefreut, den charismatischen Gitarristen und Komponisten Marcus Deml als Künstler auf der diesjährigen MusiConnect dabei haben zu dürfen. Marcus begeisterte die Messebesucher mit einem großartigen Live-Auftritt und einem exklusiven Meet & Greet, bei dem seine Fans ihn hautnah erleben und den Guitar Hero mit Fragen löchern durften. Wir haben noch acht Fragen nachgeschoben, bei denen es uns weniger um Equipment und Co, sondern vielmehr um die Person Marcus Deml und seine Sicht der Dinge ging …

Frage 1: Wenn es um Dich, Dein Können und Deine Musik geht, überschlagen sich die Fachleute vor Begeisterung. Du bist ein gefeierter Spitzengitarrist. Man will Dir gerecht werden. Es gibt kaum einen Artikel über Dich, der nicht vollgepackt wäre mit hochgradig spezialisiertem Know-how der Autoren und Fragensteller. – Muss man ein Experte sein, um sich mit Dir und Deiner Musik auseinandersetzen zu können?

Marcus: »Nein! Musik funktioniert immer auf einer emotionalen Ebene. Die letzten Platten waren im weitesten Sinne Pop- und Rockmusik. Die „abgefahrenen“ Produktionen sind Errorhead 1 und Errorhead 2 – „Error Rhythm“. Für Jazz-Rockfreunde gibt es noch die Electric Outlet CD.«

Frage 2: Warum sollte ein Gitarrenanfänger, dem sich die Gelegenheit bietet, Dich – wie zum Beispiel beim Meet & Greet mit Dir auf der MusiConnect – kennenzulernen und mit Dir über Musik zu sprechen, nicht in Ehrfurcht erstarren?

Marcus: »Weil ich ein ganz normaler Mensch bin. Ehrfurcht hat noch niemandem geholfen ;-)«

 

 

Frage 3: Auf der MusiConnect hast Du im Eventzelt ein Solokonzert gegeben. Du bist aber zurzeit auch mit Deiner Band „The Blue Poets“ auf Tour. Was begeistert Dich selbst an den Blue Poets und dem Musikmachen mit den Blue Poets ganz besonders?

Marcus: »Mit „The Blue Poets“ ist ein neues Kapitel aufgeschlagen worden, welches sich von allem unterscheidet, was ich bisher gemacht habe. Es ist eine ungehobelte, laute Rockband mit tollen Leuten und viel Gitarre.«

Frage 4: Man sieht Dich extrem oft mit Mütze oder Hut. Wann hattest Du das letzte Mal einen Gig, bei dem für die Gage der Hut rumging?

Marcus: »Noch nie.«

Frage 5: Irgendetwas, abgesehen von Musik: was macht Dir einen Höllenspaß?

Marcus: »Ich mache den ganzen Tag Musik – ob im Studio, beim Proben oder Üben oder Komponieren. Ansonsten kümmere ich mich noch um meine Plattenfirma „Triple Coil Music“. Zum Chillen bin ich immer in der Natur und einmal im Monat mache ich einfach gar nichts …«

Frage 6: Hattest Du Zeit, Dich auf der MusiConnect etwas umzusehen?

Marcus: »Leider nein.«

Frage 7: Welche Frage hätte ich unbedingt noch stellen sollen?

Marcus: »Ich fand Deine Fragen gut. Ansonsten wäre es für junge Musiker vielleicht noch interessant gewesen, wie man im Zeitalter von Spotify und YouTube überhaupt noch als Musiker überleben kann …«

Und wie sieht die Lösung da Deiner Einschätzung nach aus?

Marcus: »Es ist natürlich ein sehr komplexes Thema, über das man eigentlich ein wirklich ausführliches Gespräch führen könnte … Fakt ist: Wer heutzutage kein eigenes Plattenlabel hat, hat auch keine Chance, Geld mit seiner Musik zu verdienen. Die Ausnahmen, die es da vielleicht gibt, liegen bei unter einem Prozent. Das Geld fließt an Google, Spotify, Facebook – durch Werbeeinnahmen, Kundenprofile und Deals zwischen den großen Plattenfirmen und Spotify, an denen die Künstler nicht beteiligt sind. Das ist das neue Geschäft. Der Musikkonsument denkt in den seltensten Fällen daran, 99 Cent für einen Song auszugeben und bei Konzerten ist der CD-Verkauf insgesamt auch enorm runtergegangen … Dadurch ist das Überleben für Musiker noch wesentlich schwieriger, als das vor vielleicht 10 Jahren der Fall war. – Musiker ohne Business-Wissen und ohne eigene Infrastruktur haben meiner Meinung nach heutzutage keine Chance mehr …«

Frage 8: Musik ist …?

Marcus: »… der Grund, warum ich mich in dieser manchmal seltsamen Welt zurechtfinde. Ohne Musik würde ich bestimmt …«

 

Infolinks:
triplecoilmusic.com
thebluepoets.com