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Wie stelle ich meinen E-Gitarrenverstärker richtig ein?

Einstellungen an E-Gitarren-, Akustikgitarren- und E-Bassverstärkern – eine Übersicht

Bekanntermaßen verstärkt ein Gitarrenverstärker eine Gitarre nicht nur, sondern trägt mit seinen Einstellmöglichkeiten wesentlich zur individuellen Klangbildung bei. In diesem Ratgeber, der sich in erster Linie an Einsteiger richtet, gehen wir auf unterschiedliche Optionen ein, die Verstärker mit ihren Reglern, Einstellungen und Anschlüssen bieten.

1. Vorstufe und Endstufe

Vorstufe: (Klang-) Regelung der Eingangssignale

Die Vorstufe (auch "Vorverstärker" oder "Preamp") ist grundsätzlich dafür zuständig, das relativ schwache Signal, das aus der Gitarre kommt, zu verstärken und dann an die Endstufe weiterzuleiten. Die Soundmodulation über den gängigen Gain- und andere Klangregler findet immer an der Vorstufe des Gitarrenverstärkers statt.

Endstufe: Stärke der Ausgangssignale

In der Endstufe wird das dort eingehende Audiosignal nochmals verstärkt, denn die Endstufe ist dafür zuständig, die Lautsprecher mit Leistung zu versorgen. Die Wattangabe bei Gitarrenverstärkern bezieht sich immer auf die Leistung der Endstufe. Je mehr Watt eine Endstufe hat, desto länger bleibt der ausgegebene Sound bei steigender Lautstärke clean. Mit dem Regler "Master Volume" wird die Endstufe angesprochen und festgelegt, wieviel Leistung an die Lautsprecher abgegeben werden soll.

Wie sieht die Grundeinstellung bei einem Gitarrenverstärker aus?

Um den spezifischen Klang eines Verstärkers einzuschätzen bzw. auszuprobieren, dreht man Bässe, Mitten und Höhen auf eine neutrale Mittelstellung. Gain wird zunächst ganz heruntergeregelt (auf dem Foto sieht man den Gain-Regler ebenfalls in einer Mittelstellung). Hat der Verstärker einen Clean-Kanal (mehr dazu in unserem Ratgeber weiter unten), beginnt man meist zunächst in diesem, verschiedene Einstellungen anzutesten.

2. Verzerrter Sound

Um des E-Gitarristen liebstes Kind, einen schön verzerrten Gitarrensound, hinzubekommen, gibt es – lässt man externe Effektpedale einmal außen vor – grundsätzlich zwei, drei Möglichkeiten, die der Amp selbst bietet.

Vorstufe: Gain

Je weiter der Gain-Regler (bei manchen Verstärkern heißt der Gain-Regler auch "Drive") aufgedreht wird, desto verzerrter und auch etwas lauter wird der Sound. "Gain" heißt übersetzt "Anstieg", "Steigerung" oder "Verstärkung". "Drive" heißt übersetzt unter anderem "Druck". In beiden Fällen wird das Signal, das aus der Gitarre in den Vorverstärker kommt, gemeint: Wie stark soll das Signal in der Vorstufe gesteigert werden? Wieviel mehr Druck soll das Signal im Vorverstärker erhalten?

Endstufenverzerrung: Volume

Einen verzerrten Sound kann man auch erreichen, wenn man den Amp übersteuert, indem man den Master-Volume-Regler aufdreht, bis die Endstufensättigung greift. Je geringer die Wattzahl und damit die Leistung der Endstufe, desto schneller verzerrt die Endstufe bei zunehmender Lautstärke. Bei Amps mit sehr hohen Wattzahlen wird die Endstufenverzerrung allerdings erst mit extrem hoher Lautstärke umgesetzt.

Kanal-Wahl: Overdrive, Crunch, Lead

Verfügt der Gitarrenverstärker über mehrere Kanäle (siehe dazu auch Clean-Kanal), kann man als Grundeinstellung für einen verzerrten Sound direkt den Kanal anwählen, der für verzerrten Sound konzipiert wurde. Dieser Kanal heißt, abhängig vom Modell bzw. der Marke des Verstärkers, meist "Overdrive" oder "Crunch". Bei Marshall-Verstärkern bezeichnen "Overdrive 2" bzw. "OD2" oder "Lead" besonders stark verzerrte Klänge.

3. Cleaner Sound

Gain-Regler

Um einen möglichst cleanen, unverzerrten Sound zu bekommen, wird der Gain-Regler heruntergedreht. Im Vergleich mit aggressiverem, angriffslustig-verzerrtem Sound wirkt cleaner Sound eher sanfter und "akustischer". Natürlich richtet sich die Charakteristik eines cleanen Sounds letztendlich aber auch wieder mit danach, mit welcher Intensität und welchem dynamischen Nachdruck er auf der Gitarre produziert wird.

Clean-Kanal

Die meisten Gitarrenverstärker haben mehrere Kanäle – einfachere Amps in der Regel zwei, professionellere Verstärker oft bis zu vier –, die unterschiedliche Basissounds (Presets) anbieten. Bei einem 2-Kanal-Gitarrenverstärker kann man mittels eines Schalters beispielsweise häufig zwischen den Kanälen "Clean" und "Overdrive" wählen. Der Clean-Kanal liefert dann einen sehr sauberen Grundsound, während der Overdrive-Kanal für einen verzerrten Basissound ausgelegt ist.

Zwischen den Kanälen Clean und Overdrive an einem Gitarrenverstärker hin- und herschalten.

Dieser Einsteiger-Gitarren-Combo von Soundking bietet die Kanäle "Clean" und "Overdrive". Zwischen diesen beiden Kanälen kann man mittels eines Druckknopfes hin- und herschalten. Bei gedrücktem Knopf ist der Overdrive-Kanal aktiv, in der Ausgangsstellung des Druckschalters der Clean-Kanal. Befindet man sich im Clean-Kanal, kann man die Lautstärke des Sounds mit "Volume" erhöhen. Befindet man sich im Overdrive-Kanal, kann man mit "Gain" den Grad der Verzerrung festlegen und mit dem Volume-Regler des Kanals die Lautstärke einstellen. Die EQ-Regler "Treble", "Mid" und "Bass" greifen für beide Kanäle.

Klassischer 3-Band-EQ.
Klassischer 3-Band-EQ des Solid-State-Gitarrencombos Orange Crush 12.

4. EQ-Regler

Über die EQ-Sektion des Gitarrenverstärkers werden bestimmte Frequenzbereiche verstärkt oder abgesenkt, um den Klang gezielt zu verändern.

Klassisch sind Dreiband- (Bässe, Mitten, Höhen) und Zweiband-Equalizer (Bässe, Höhen).

Je nachdem, welche Einstellungen für "Bass", "Middle" und Treble" gewählt werden, kann man seinen Sound sehr nuancenreich variieren.

Was ist ein Kuhschwanzfilter?

Grafik Kuhschwanzfilter, Quelle: wikipedia.org
Regelkurven zweier Kuhschwanzfilter. Die Form dieser Kurven erinnert mit etwas Phantasie an Kuhschwänze. Die blaue Linie entspricht einer Höhenanhebung, die rote Linie einer Tiefenabsenkung. Quelle: wikipedia.org

Ein Equalizer setzt sich aus einem oder mehreren sogenannten Filtern zusammen. Als Filter bezeichnet man, vereinfacht gesagt, elektrische Schaltungen, die Audiosignale frequenzabhängig verändern.

Auch der Kuhschwanzfilter (englische Bezeichnung: Shelving Filter) ist solch ein Audiofilter. Stellt man die Kurven dieses speziellen Filters graphisch dar, ähneln diese der Form eines Kuhschwanzes – daher der Name.

Shelving Filter werden auf Höhen oder auf Tiefen angewendet. Ab einer festgelegten Frequenz hebt der Filter Höhen an oder senkt ab einer festgelegten Frequenz Tiefen ab. Das Prinzip der Kuhschwanzfilter wird bei fast allen E-Gitarren-Verstärkern und einfacheren Bass- und Akustikverstärkern angewandt.

Aktive Klangregelung beim Bass-Combo Markbass CMD 121H LM3.

4-Band-EQ: Klangregelung beim Bass-Combo Markbass CMD 121H LM3.

Effektpedal mit parametrischem EQ.
Es gibt auch Effektpedale mit parametrischem Equalizer. Über die beiden unteren Regler werden die Frequenzen angewählt, mit den darüber liegenden Reglern werden die gewählten Frequenzen angehoben oder abgesenkt. Quelle Bild: orangeamps.com

Was ist ein parametrischer Equalizer?

Während ein Shelving-EQ nur festgelegte Frequenzen anheben oder absenken kann, ist es bei einem Parametrik-EQ möglich, selbst bestimmte Frequenzen anzuwählen, um diese dann gezielt abzusenken oder anzuheben. Parametrische EQs findet man vor allem bei Bass- und Akustikverstärkern mit gehobener Ausstattung.

Mit einem parametrischen EQ kann man zum Beispiel störende Frequenzen absenken, um Rückkopplungen zu eliminieren. Andererseits kann man natürlich auch besonders gut klingende Frequenzen anheben. Bei einem Bass, der mit Slaptechnik gespielt wird, kann man beispielsweise die Frequenz 2,5 kHz gezielt anheben, um den metallischen Sound der Saiten hervorzuheben.

Parametrische Equalizer haben immer mindestens zwei Regler, um Einstellungen vorzunehmen: einen, um die Frequenz auszuwählen, und einen, um die ausgewählte Frequenz anzuheben (Regler wird von der Nullposition auf "12 Uhr" aus nach rechts gedreht) oder abzusenken (Regler wird nach links gedreht).

Modelingamps und Profiling Amplifier

Modelingamps bieten gefühlt unendlich viele Möglichkeiten, den Gitarrensound zu formen. Schon die günstigeren Modelle wie beispielsweise der Fender Mustang I V.2 bieten viele Presets und Effekte.

Kemper Profiling Amps sind – es gibt sie nun schon seit einigen Jahren – immer noch eine Innovation der Spitzenklasse und für viele Gitarristen quasi eine "Offenbarung". Die Amplifier warten mit einer riesigen Auswahl vorinstallierter Profile, der Möglichkeit, eigene, individuelle Profile zu erstellen und extrem mannigfaltigen Editieroptionen auf.

Kemper Profiling Amplifier Head BK.
Fender Mustang I V.2

5. Weitere Einstellmöglichkeiten

Reverb

Mit dem Reverb-Regler kann man seinem Sound einen Nachhall-Effekt hinzufügen. Der Klang bekommt einen räumlichen Charakter. Der Reverb-Regler gehört zu den durchaus gängigen Ausstattungsmerkmalen von Gitarrenverstärkern, es gibt aber auch Amps ohne diese Möglichkeit der Klanggestaltung. Dreht man den Reverb zu weit hoch, kann es passieren, dass der Sound sehr verwaschen wirkt. Reverb wird daher meist eher sparsam eingesetzt, wobei die Dosis sich natürlich in erster Linie nach dem Stil des Gesamtsounds richtet.

Reverb-Regler am Vollröhren-Combo Marshall DSL20CR.

Bright, Fat und mehr

Schaut man sich die Regler und Schalter unterschiedlicher Amps im Detail an, wird man schnell feststellen, dass es – je nach Hersteller und Modell – eine wahnsinnig große Vielfalt an weiteren Bezeichnungen gibt, die im Zusammenhang mit der Klangregelung auftauchen. Beispielhaft greifen wir hier einige Features auf, um zu zeigen, welcher Nuancenreichtum hinsichtlich der Klangmodellierung auf dem Markt zu finden ist.

Bright

Manche Verstärker haben einen Bright-Kanal, dessen Preset über einen Schalter oder einen Druckknopf angewählt werden kann. "Bright" hebt die Obertöne an, sodass der Sound insgesamt offener, höher, heller klingt. Natürlich gibt es bei den verschiedenen Herstellern Nuancen und Unterschiede, was die Klangmodellierungen angeht.

Fat

Der Fender Blues Junior IV verfügt nur über einen Kanal, hat aber einen "Fat"-Switch. "Fat" entspricht einem Boost der Mitten. Die Soundeinstellung wird über einen Fußschalter aktiviert.

Der Fußschalter lässt sich beim Fender Blues Junior über eine Buchse auf der Rückseite des Verstärkers einstöpseln. Separate Fußschalter, wie sie beim Fender Blues Junior zum Einsatz kommen, werden auch für eine ganze Reihe anderer Verstärker eingesetzt, um bestimmte Effekte wie "Fat" zu aktivieren oder aber zwischen verfügbaren Kanälen hin- und herschalten zu können, ohne dies manuell tun zu müssen.

1-Button-Footswitch von Fender.

One-Button-Footswitch von Fender

Presence und Resonance sind vor allem für Marshall-Verstärker typisch.

Presence und Resonance sind vor allem für Marshall typisch.

Presence und Resonance

Diese beiden Reglungsmöglichkeiten findet man vor allem bei Marshall-Verstärkern, aber auch bei anderen Amps, zum Beispiel von Blackstar. Während "Presence" die Höhen sowohl betonen, aber auch dämpfen kann, verändert "Resonance" den tieferen Mittenbereich und macht den Ton damit druckvoller oder bei Bedarf auch schlanker. Beide Potis sprechen die Endstufe an.

Half-Power-Schaltung

Half-Power-Schaltung beim Marshall Vollröhren-Combo DSL20CR.

Die meisten Marshall-Röhren-Amps haben einen Schalter, mit dem die Ausgangsleistung der Röhrenendstufe durch das Wegschalten von Röhren reduziert bzw. halbiert werden kann.

Diese Leistungsreduzierung (Low Output) soll es, beispielsweise bei kleineren Gigs, ermöglichen, die Endstufe auch bei niedrigeren Ausgangsleistungen (= geringerer Lautstärke) zu übersteuern und damit einen möglichst fetten Sound zu erhalten. Nutzt man die Half-Power-Schaltung, unterliegen die Röhren des Gitarrenverstärkers einem ungleichmäßigen Verschleiß.

Beim Marshall Vollröhren-Combo DSL20CR (siehe Bild) lässt sich die Ausgangsleistung beispielsweise von 20 Watt (High) auf 10 Watt (Low) reduzieren. Die mittlere Stellung des Schalters (STB = Standby) ist beim Umschalten von einer Leistungsstufe auf die andere obligat.

Voice-Regler

Die Gitarrenverstärker der Fender Champion Series gehören zu den Transistorverstärkern und sind mit einem besonderen Voice-Regler ausgestattet, mit dem man zwischen verschiedenen Amp-Sounds wählen kann.

Tap

Ebenfalls bei den Combos der Fender Champion Series, aber auch bei Verstärkern anderer Marken, gibt es einen Tap-Knopf. Dieser dient dazu, die Geschwindigkeit eines Delays zu regeln.

Mit dem Tap-Taster können Delayzeiten festgelegt werden.

6. Gitarrenverstärker für Akustikgitarren

Während E-Gitarren-Verstärker gezielt den typischen Klang einer E-Gitarre unterstützen und idealerweise noch weiter gestalten (Verzerrung usw.), besteht die Hauptaufgabe eines Akustikgitarrenverstärkers zunächst einmal darin, den Gitarrensound hinsichtlich der Lautstärke zu verstärken, ohne dabei aber den natürlichen Klang einer Akustikgitarre negativ zu beeinflussen.

Es gibt Gitarrenverstärker, die sowohl für Akustik- als auch E-Gitarren geeignet sind. Ein Beispiel für einen solchen Amp ist der vielseitige Modeling-Combo Line6 Spider V60, der über spezielle Akustik-Presets verfügt. Besonders ideal für Akustikgitarren sind spezielle Akustikgitarrenverstärker, deren Ausstattung an die Bedürfnisse und Eigenschaften von Akustikgitarren angepasst ist.

Mikrofon- und Gitarrenanschluss

Die meisten Akustikgitarrenamps haben nicht nur eine Buchse, um die Gitarre einzustöpseln, sondern zusätzlich auch noch einen Eingang, um ein Mikrofon anzuschließen. Damit können Akustikgitarrenverstärker gut verwendet werden, um Gesang und Gitarre für Songs im Singer-Songwriter-Stil bei kleineren Gigs und Sessions miteinander zu kombinieren. Gitarre bzw. Akustikinstrument und Gesang belegen jeweils einen eigenen Kanal. Die beiden Kanäle sind jeweils mit einem eigenen Volume-Regler ausgestattet.

Der Fender Acoustasonic 15 ist ein kompakter Verstärker, der einen Kanal für Mikrofon sowie einen zweiten Kanal für die Akustikgitarre bietet.

Der Fender Acoustasonic 15 ist ein kompakter Verstärker, der einen Kanal für Mikrofon sowie einen zweiten Kanal für die Akustikgitarre bietet. Für beide Kanäle gibt es separate Lautstärkeregler.

Für unterwegs

Der mobile Akustikverstärker Roland Mobile-AC verfügt noch über einen dritten Eingang für Audio-Player mit ebenfalls eigener Lautstärkeregelung, sodass Songs abgespielt werden können, zu denen man Gitarre spielt und wahlweise auch noch singt. Für den Mikrofon- und den Gitarrenkanal stehen hier noch Chorus-, Hall- und Wide-Effekte zur Verfügung, mit denen der Klang räumlicher und voluminöser gestaltet werden kann.

Der Roland Mobile-AC ist ein kompakter, portabler Amp, der sich als Allrounder für unterwegs eignet.

Kopfhöreranschluss

Die meisten E-Gitarrenverstärker haben einen Kopfhörerausgang, aber auch viele Akustikverstärker sind mit einem Kopfhöreranschluss ausgestattet. In beiden Fällen dient der Kopfhöreranschluss dazu, die verstärkte Gitarre samt vorgenommener Einstellungen am Amp so laut und detailliert wie gewünscht hören zu können, ohne dabei die Umgebung mit "Lärm" zu belästigen.

Während der E-Gitarre durch den Verstärker und seine klangformenden Einstellungen sowie die entsprechende Lautstärke überhaupt erst Leben eingehaucht wird, ist es bei einer Akustikgitarre natürlich so, dass man sie ja auch ganz ohne Verstärker spielen kann. Diese akustische Lautstärke, die ohne Verstärker rein von der Gitarre ausgeht, kann über die Verwendung des Kopfhöreranschlusses an einem Akustikverstärker natürlich auch nicht wegreduziert oder stummgeschaltet werden.

Dreht man aber die Lautstärke hoch und probiert dazu verschiedene Modellierungsmöglichkeiten hinsichtlich des Klangs aus, ergibt sich auch bei einer Akustikgitarre unter Umständen rasch ein Lautstärkepegel, der in bestimmten Situationen die Verwendung von Kopfhörern absolut sinnvoll macht.

Equalizer

EQ-Regler (Bässe, Mitten, Höhen) finden sich eigentlich bei jedem Akustikamp. Die Equalizer-Potis sind dabei immer (außer vielleicht bei sehr günstigen Modellen) pro Kanal, das heißt getrennt für Gitarre und Gesang, vorhanden.

Effekte

Akustikverstärker verfügen normalerweise über mindestens einen Effekt, mit dem der verstärkte Sound der Akustikgitarre noch weiter verfeinert werden kann. Gängig sind Chorus, Reverb oder andere Halleffekte. In der mittleren bis gehobenen Liga der Akustikamps und natürlich vor allem bei Modelingamps finden sich zusätzliche Möglichkeiten und damit oft ganze digitale Effektsektionen zur Bearbeitung des Klangs. So trumpft der Marshall AS100D zum Beispiel mit sechzehn verschiedenen Effektprogrammen auf, der Modeling-Akustik-Gitarrenverstärker THR5A von Yamaha bietet fünf Amp-Typen und elf Effekte.

Dass in Sachen "Effekte" weniger manchmal auch durchaus mehr sein kann, zeigt der hochwertige Akku-Akustik-Verstärker "One for Street" von Acus, der mit seiner Akkulaufzeit von bis zu sechs Stunden eine tolle Sache für Straßenmusiker ist und seinen einzigen Effekt auf dem Bedienpanel einfach auch nur als "Effekt" bezeichnet ohne weiter zu benennen, um was für einen Effekt es sich handelt. (Um die Sache aufzulösen: es handelt sich um einen Halleffekt.)

Chorus und Reverb

Der Chorus-Effekt sorgt für einen volleren, breiteren Klang. Der Sound wirkt wie gedoppelt. Wie der Reverb-(Hall-)Effekt gehört auch Chorus zu den sehr beliebten Effekten. Weitere Informationen zum Effekt "Chorus" gibt es in unserem Ratgeber Gitarreneffekte.

In folgendem Video werden am Akustikverstärker Marshall AS50D die Einstellmöglichkeiten und Wirkungen der Effekte "Chorus" und "Reverb" gezeigt. Der Akustikamp verfügt über zwei Kanäle (Kanal 1: Gitarre, Kanal 2: Mikro oder zweites akustisches Instrument), denen der Chorus-Effekt jeweils zugeschaltet werden kann. Auch der Reverb-Effekt kann auf diese beiden Kanäle per Balance-Regler unterschiedlich intensiv verteilt werden.

Einschleifen externer Effekte beim Marshall AS50D.

Zum Einschleifen externer Speicher-Effekte zwischen Vor- und Endstufe besitzt der Marshall AS50D auf der Rückseite entsprechende Send- und Return-Buchsen. Auf der Vorderseite ist auf dem Bedienpanel der Reverb-Balanceregler zusätzlich mit "Loop" gekennzeichnet. Schleift man externe Effekte ein, bestimmt dieser Balance-Poti nämlich den Anteil dieses externen Effektes auf Kanal 1 und Kanal 2. Dynamische Effekte wie Verzerrer oder Compressor werden vor dem Preamp hintereinandergeschaltet.

Externe Effekte

Es gibt Effektpedale, die speziell auf Akustikgitarren abgestimmt sind.
Es gibt Effektpedale, die speziell auf Akustikgitarren abgestimmt sind.

Manche Akustikverstärker (bei E-Gitarrenverstärkern ist das Standard) sind mit Buchsen ausgestattet, die das Einschleifen externer Effekte ermöglichen. Von der Send-Buchse des Amps geht in diesem Fall ein Kabel in den Eingang des Effektpedals und vom Ausgang des Effektpedals ein Kabel in die Return-Buchse der Loop-Einheit.

Weitere Einstellmöglichkeiten

Gain

Manche Akustikverstärker, wie zum Beispiel der Acus One-8, haben Gain-Regler. Sie dienen im Zusammenhang mit Akustikgitarren ausschließlich dazu, das Eingangssignal so weit wie möglich zu verstärken, um für nachfolgend angewandte Effekte eine möglichst starke, "breite" Basis zu schaffen, aufgrund derer dann ein optimales Feintuning beispielsweise der Höhen, Mitten und Tiefen stattfinden kann.

Sich durch das Aufdrehen des Gain-Reglers eine Verzerrung zunutze zu machen, wie man es bei E-Gitarren gezielt anstrebt, ist bei Akustikgitarren nicht erwünscht. Der Gain-Regler wird hier deshalb nur so weit aufgedreht, dass noch keine Verzerrung erfolgt.

Anti-Feedback

Die Anti-Feedback-Funktion, wie zum Beispiel beim Akustik-Combo Roland AC-90 vorhanden, unterdrückt Rückkopplungen, indem störende Frequenzen aufgespürt und kleinste Frequenzbereiche ausgefiltert bzw. geblockt werden. Beim Roland AC-90 kann die Anti-Feedback-Funktion automatisch oder wahlweise auch manuell durchgeführt werden.

Der Stereo-Akustikverstärker Roland AC-90 hat eine Anti-Feedback-Funktion.

Der Stereo-Akustikverstärker Roland AC-90 hat eine Anti-Feedback-Funktion, die sowohl manuell als auch automatisch genutzt werden kann.

Looper

Hat der Verstärker eine integrierte Loop-Funktion, kann man Sequenzen seines Spiels – und natürlich auch des Gesangs – über den Amp aufnehmen und anschließend in Schleife (loop = Schleife) wieder abspielen, um sich selbst zu begleiten.

7. Bassverstärker

Wie unterscheiden sich E-Bass-Verstärker von E-Gitarren-Verstärkern?

Im Gegensatz zu den Lautsprechern unterscheiden sich die reinen Verstärkereinheiten für E-Gitarren und E-Bässe technisch gar nicht so wahnsinnig stark voneinander. Ein auffälliger Unterschied ist, dass Bassverstärker oft über mehr Leistung, also Watt, verfügen als E-Gitarren-Amps. Der Grund hierfür liegt zum einen in der Tatsache, dass ein Verstärker mit einer höheren Leistung weniger schnell verzerrt. Zum anderen werden tiefe Frequenzen vom menschlichen Ohr weniger gut wahrgenommen als mittlere oder höhere Frequenzen. Der Bass muss deshalb lautstärkemäßig punkten können, um im Zusammenspiel mit E-Gitarren mitzuhalten bzw. sich durchzusetzen.

E-Bass-Verstärker E-Gitarren-Verstärker
Betonung/Verstärkung tiefe Frequenzen mittlere Frequenzen
Übersteuerung/Verzerrung meist nicht erwünscht meist erwünscht
Watt/Leistung oft höher (es dauert mit zunehmender Lautstärke länger, bis der Amp verzerrt) oft niedriger (der Amp verzerrt mit zunehmender Lautstärke schneller)

Welche Möglichkeiten für Soundeinstellungen bietet mein Bassverstärker?

Equalizer

Jeder Bassverstärker – unabhängig davon, ob es sich um ein ganz einfaches oder ein Modell der gehobenen Klasse handelt – hat einen EQ, mit dem die Frequenzen des Basssounds beeinflusst werden können. Die Equalizer verschiedener Verstärkermodelle können sich allerdings hinsichtlich verschiedener Merkmale stark voneinander unterscheiden: Wie viele Regler gibt es bzw. wie breit ist das Frequenzspektrum, das durch einen Regler bearbeitet werden kann? Und mit welcher Intensität können die Frequenzen eines Bereiches angehoben oder abgesenkt werden?

Während man mit einem 3-Band-EQ nur drei Frequenzbänder, nämlich Höhen, Mitten und Tiefen, bearbeiten kann, bietet ein 4-Band-EQ eine zusätzliche Regelungsmöglichkeit im Bereich der Höhen ("Presence"), der Mitten ("Mid") oder der Tiefen ("Shape"). Oft haben Bassverstärker auch einen Grafik-Equalizer, das heißt eine Unterteilung in beispielsweise 7 oder 10 Frequenzbänder mit jeweils eigenem Schieberegler.

Bass-Combo Hartke HD 25 mit 3-Band-EQ.

Bass-Combo Hartke HD 25 mit 3-Band-EQ

Bass-Combo Classic Cantabile SB-300 mit 4-Band-EQ.

Bass-Combo Classic Cantabile SB-300 mit 4-Band-EQ

Bass-Combo Hartke HD 75 mit 7-Band-Grafik-EQ.

Bass-Combo Hartke HD 75 mit 7-Band-Grafik-EQ

Effekte

In den Verstärker integrierte Effekte sind bei Bassverstärkern viel seltener zu finden als bei E-Gitarrenverstärkern. Wenn bestimmte Effekte – zum Beispiel Chorus oder Reverb oder Verzerrungen – vom Bassisten gewünscht sind, werden diese meist über externe Effektpedale realisiert.

Was bewirkt ein im Verstärker integrierter Kompressor oder Limiter?

Es gibt sogenannte Kompressoren, die entweder schon in den Bassverstärker eingebaut, also von vornherein onboard sind oder sich auch als Einzeleffektpedal ergänzen lassen. Das englische "to compress" heißt übersetzt so viel wie komprimieren, verdichten, stauchen, zusammendrängen. Und genau darum geht es bei einem Kompressor auch. Er verdichtet das Bass-Signal, reguliert Dynamikspitzen, macht vereinfacht gesagt "laute Töne leiser" und sorgt damit insgesamt für einen ausgewogeneren Sound, sofern er richtig angewandt wird.

Ein Limiter (to limit = begrenzen) ist eine Sonderform des Kompressors. Er schützt sowohl Lautsprecher als auch Verstärker vor einer möglichen Überlastung, indem er das Audiosignal auf einen bestimmten Maximal-Schwellwert ("Threshold") begrenzt. Limiter gibt es auch als Einzeleffektpedale.

Sowohl beim Kompressor als auch beim Limiter legt man einen Schwellwert fest, ab dem der Kompressor bzw. Limiter greift. Bleibt das Eingangssignal unter dem festgelegten Schwellwert, passiert gar nichts. Überschreitet das Eingangssignal den Threshold, ist es beim Einsatz eines Kompressors so, dass das gesamte Signal heruntergestaucht wird, während ein Limiter die den Schwellwert überschreitenden Signalspitzen einfach abschneidet bzw. entfernt. Das folgende Video verdeutlicht den Unterschied grafisch ganz gut:

Was ist ein Hochfrequenz-Horn?

Ein Horn ist ein spezieller Lautsprecher-Typus, der den Schall in einer ganz bestimmten Art und Weise in den Raum abgibt. Manche Bassverstärker haben einen Schalter, mit dem man das HF-Horn hinzuschalten bzw. aktivieren kann. Durch die Akzentuierung der Hochtöne erreicht man einen volleren, durchsetzungsfähigeren Sound.

Warum haben manche Bass-Amps zwei Klinkeneingänge, die mit "Passiv" und "Aktiv" gekennzeichnet sind?

Ein Bassverstärker, der nicht nur über einen allgemeinen Input für den E-Bass verfügt, sondern zwei Eingänge, die mit "Passive" und "Active" oder "Low" und "High" gekennzeichnet sind, anbietet, ist darauf ausgelegt, zwischen Bässen mit niedrigerem und höherem Output in Richtung Vorstufe des Verstärkers zu unterscheiden.

Ein höheres Signal produzieren sogenannte Aktiv-Bässe, die einen eigenen Preamp, also einen Vorverstärker, im Instrument haben. Als Passiv-Bässe bezeichnet man E-Bässe, die nicht über einen solchen eigenen Vorverstärker im Bass verfügen. Sind an einem Bassverstärker also separate Klinkeneingänge vorhanden, die mit "Active" oder "High" gekennzeichnet sind, sind diese für Aktiv-Bässe bestimmt. Das Signal des Aktiv-Basses, das über den Aktiv-Input die Amp-Vorstufe ansteuert, wird ein wenig gedrosselt, um eine Übersteuerung der Verstärkervorstufe zu vermeiden.

8. Glossar

Amp
Verstärker (to amplify = verstärken).

Amp Head
Topteil; Verstärker, der als separates Element nicht (wie beim Combo) zusammen mit den Lautsprechern in einem Gehäuse verbaut ist.

analog
stufenlos

Boost
Verstärkung

Breitbandlautsprecher
Lautsprecher, der mit einem einzigen Lautsprecherelement den gesamten Frequenzbereich wiedergeben kann, der sonst über mehrere Einzelkomponenten (Tieftöner, Mitteltöner und Hochtöner) abgedeckt wird.

Cabinet
Lautsprecherbox

Chorus
Modulationseffekt; weitere Infos dazu, wie dieser Effekt entsteht, siehe Ratgeber Gitarreneffekte

clean
sauber, unverzerrt

Clipping
Entfernen/Abschneiden überschüssiger Signalanteile beim Übersteuern; Verzerrung

Combo
Verstärker und Lautsprecher in einem Gehäuse zusammengefasst

Contour
Spezielle Mitten-Klangregelung bei verschiedenen Marshall-Verstärkern, die eine besondere Soundbreite verspricht.

Crunch
Kanal mit mäßiger Verzerrung

DFX
Abkürzung für "digital effects" = Digitaleffekte

Digitale Effekte
Im Gegensatz zu mechanischen Effekten (siehe zum Beispiel "Federhall") bilden digitale Effekte Hall, Echo oder andere Effekte realistisch digital nach. Digitale Hallgeräte arbeiten mit digitalen Signalprozessoren (DSP), die Reflexionen u. a. berechnen.

Distortion
Verzerrung; eigentlich Übersteuerung der Vorstufe, wird aber oft synonym mit Overdrive verwendet

Drive
Syn. für Gain

EQ
Abkürzung für Equalizer. Das englische "to equalize" bedeutet übersetzt unter anderem "abgleichen" oder "ausgleichen".

Federhall
Elektro-mechanisches System, bei der eine Metallfeder eingesetzt wird, um einen Halleffekt zu erzeugen. In den 1960er Jahren begann Fender, den Federhall in seinen Gitarrenverstärkern einzusetzen.

Feedback
engl. für Rückkopplung

Frequenzgang
Der Frequenzgang eines Lautsprechers beschreibt unter anderem, welcher Frequenzbereich von diesem Lautsprecher abgedeckt wird.

FX
Abkürzung für "effects" = Effekte

Gain
Über den Gain-Regler wird die Stärke des Eingangssignals (der Gitarre) in die Vorstufe geregelt. Mit steigendem Gain nimmt sowohl die Verzerrung als auch die Lautstärke zu.

Head
siehe Amp Head

High Gain
starke Verzerrung

Lead
Kanal mit starker Verzerrung

Loop
Schleife, Effektschleife

Mastervolume
Lautstärkeregelung der Endstufe

Notch-Filter
Kerbfilter; notch (engl.) = Kerbe, Einschnitt, Rille; Mit einem Notch-Filter können Frequenzen ausgefiltert werden. Notch-Filter können Störfrequenzen, die zu Rückkopplungen führen, gezielt aufspüren und entfernen.

Overdrive
Verzerrung; eigentlich Übersteuerung der Endstufe, wird aber oft synonym mit Distortion verwendet.

Poti
Dreh- oder Schieberegler

Power Amp
Endstufe

Preamp
Vorverstärker = Vorstufe

Preset
Soundvoreinstellung, die zum Beispiel über die Wahl eines Amp-Kanals abrufbar ist.

Reverb
Hall

Saturation
Sättigung, Sättigungsstufe

Solid State
Transistortechnologie

Treble
Höhen

Tube
Röhrentechnik

Tweeter
Hochtöner

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am: 17.07.2018, Autor: Jutta Kühl.

Quellen/Bilder:
http://audio.uni-lueneburg.de/seminarwebseiten/audiobearbeitung/site9.php
http://www.guitarworld.de/forum/viewtopic.php?t=12366
http://www.justchords.de/bass/faq/ampspeaker.html
http://www.marshallamps.de/en/support/lexikon
http://www.marshallamps.de/produkte/as50d.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Breitbandlautsprecher
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Shelving-eq.svg
https://de.wikipedia.org/wiki/Equalizer
https://de.wikipedia.org/wiki/Filter_(Elektrotechnik)
https://de.wikipedia.org/wiki/Gitarrenverst%C3%A4rker
https://de.wikipedia.org/wiki/Kerbfilter
https://de.wikipedia.org/wiki/Kuhschwanzfilter
https://de.wikipedia.org/wiki/Limiter
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbersteuern_(Signalverarbeitung)
https://orangeamps.com/wp-content/uploads/2015/12/Orange-Two-Stroke-1-768x768.png
https://pixabay.com/de/gekritzel-pfeil-zeigen-steigen-1388119/
https://pixabay.com/de/verst%C3%A4rker-gitarre-konzertgitarre-756321/
https://www.amazona.de/test-fender-champion-100-red/3/
https://www.delamar.de/musikproduktion/der-unterschied-zwischen-kompressor-limiter-und-leveler-7078/
https://www.gitarrebass.de/stories/der-fender-bassman/
https://www.gitarrebass.de/thema/amps/
https://www.gitarrebass.de/thema/bass-verstaerker/
https://www.gitarre-spielen-lernen.de/forum/
https://www.radiomuseum.org/forum/roehren_gitarren_verstaerker_funktion_selbstbau.html
https://www.delamar.de/faq/clipping-31684/
https://www.delamar.de/faq/unterschied-gain-volumen-20759/
https://www.delamar.de/gitarre/fuer-anfaenger/gitarrenverstaerker-wissen/
https://www.hdm-stuttgart.de/~curdt/Kuenstlicher%20Nachhall.pdf